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Was ist ein Plagiat?

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Anm.: Dieser Text bezieht sich zunächst nur auf wissenschaftliche Textplagiate. Beiträge zu Bildplagiaten, Strukturplagiaten, Ideenplagiaten, Synonymplagiaten und Übersetzungsplagiaten bitte im Diskussionsbereich posten, sie werden nach Prüfung dann hier aufgenommen! Danke


Direkte Zitate in wissenschaftlichen Arbeiten bestehen in aller Regel aus (1) einer Kennzeichnung und (2) einem Beleg bzw. Verweis.

Die Kennzeichnung eines wörtlich aus der Literatur übernommenen Literatursegments (eines Halbsatzes, Satzes, maximal eines Absatzes) erfolgt in der Regel durch die Setzung von doppelten Anführungszeichen (am Beginn und am Ende des übernommenen Segments). Sie kann auch durch optische Hervorhebung erfolgen (z. B. durch Kursivierung, Einrückung, durch anderen Schrifttyp bzw. andere Schriftgröße), jedoch muss diese abweichende Kennzeichnungspraxis am Beginn der Arbeit angegeben werden (der Leser muss also in jedem Fall wissen, was wörtlich aus der Literatur entnommen wurde und was nicht). Verschiedene Kennzeichnungen in derselben Arbeit sind auf jeden Fall zu vermeiden.

Der Beleg bzw. Verweis auf die Literatur erfolgt am Ende eines gekennzeichneten Zitats mit einem Kurzbeleg in Klammern im Text (sog. "Harvard-Methode") oder mit einem Langbeleg in einer eigenen Fußnote. Jedes direkte Zitat in einer wissenschaftlichen Arbeit muss also (1) gekennzeichnet und (2) belegt sein.

Fehlen Kennzeichnungen und Belege, liegt auf alle Fälle ein Plagiat vor. Fehlen nur Kennzeichnungen, sind aber Belege etwa in Form von Fußnoten vorhanden, handelt es sich auch dann um ein Plagiat, wenn dies in einer Arbeit wiederholt bzw. methodisch geschehen ist (zur Wesentlichkeit siehe unten). Dies entspricht zumindest der jüngeren Rechtsprechung des österreichischen Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) und der Strenge in einschlägigen Einführungswerken in das wissenschaftliche Arbeiten.

Indirekte Zitate sollen nie Paraphrasen (also bloße Umschreibungen bzw. 'Wort-Ersetzungen' des Originals) sein, sondern den Sinn des zitierten Textes, seine Idee in eigenen Worten des Autors wiedergeben. Hier kann ein Plagiatsvorwurf dann erhoben werden, wenn wiederholt Satzteile und Sätze nicht mit Anführungszeichen gekennzeichnet, also nicht als direkte Zitate ausgewiesen wurden, obwohl sie wörtlich übernommen wurden, aber der Autor dem Leser indirekte, d. h. sinngemäße Zitation suggeriert.


Plagiate in Abschlussarbeiten werden dann studienrechtlich relevant, wenn durch sie die Beurteilung einer Arbeit erschlichen wurde. Eine Erschleichungsabsicht ist dann gegeben, wenn wesentliche Teile einer Arbeit plagiiert wurden. Wesentliche Teile wurden genau dann plagiiert, wenn die korrekte Kennzeichnung aller plagiierten Textstellen zu einer schlechteren Beurteilung geführt hätte. Auf gut Deutsch: Der Betreuer hätte sagen müssen: "Hoppala, da ist ja zu viel bloß eine Aneinanderreihung von Zitaten, das ist mir zu wenig Eigenleistung, Sie erhalten dafür eine schlechtere Note." Das Kriterium der Wesentlichkeit ist insofern nicht streng quantifizierbar, sondern bemisst sich an einer Qualitätsfrage.

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