Fandom

Initiative Transparente Wissenschaft

Plagiatsfunde in der Dissertation von Mario-Max Schaumburg-Lippe

31Seiten in
diesem Wiki
Seite hinzufügen
Diskussion1 Teilen

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Priv. Doz. Dr. Stefan Weber

Publizistik & Medienforschung

weber.mediaresearch@t-online.de


An die

Universität Innsbruck

Rechtsabteilung und

Ombudsstelle zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis

Österreich



Betrifft:

Erweitertes Gutachten zur Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis in der Dissertation "Die Sozialphilosophie von Joseph Kardinal Höffner" von Mario Wagner, approbiert an der Universität Innsbruck 2003


Sehr geehrte Damen und Herren,


ich erlaube mir, Ihnen ein erweitertes Gutachten zur im Betreff genannten Dissertation zu übermitteln.


Es zeigte sich, dass die im Rahmen des ersten Gutachtens vom 29. April 2010 gefunde­nen Webquellen auf eine Vielzahl weiterer Plagiatsfragmente hingedeutet haben, die nunmehr durch einen systematischen Abgleich zwischen Doktorarbeit und Printliteratur (siehe Quellenverzeichnis, S. 38 f. im Gutachten) gefunden wurden.


Auf 68 Seiten der insgesamt 112 Seiten Fließtext umfassenden Dissertation (d. h. abzüglich Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis und Stichwortverzeichnis) wur­den insgesamt 88 Plagiatsfragmente gefunden, die im Folgenden dokumentiert werden. Der Anteil der Seiten mit den hier dokumentierten Plagiatsfragmenten beträgt somit 60,71 Prozent. Der übrige, hier nicht abgeglichene Text besteht aus pa­raphrasierenden und exzerpierenden Wiedergaben von Publikationen Joseph Höffners, wobei auch hier wörtliche Übernahmen ungekennzeichnet wurden und die Literatur unzureichend belegt wurde. In der gesamten Arbeit wurden nur fünf vom Autor selbst verfasste Sätze gefunden, die Verbindungssätze zwischen Kapiteln darstellen.


Alle Plagiatsfragmente sind durchgängig entweder wortwörtliche Übernahmen, ohne diese mit Anführungszeichen gekennzeichnet zu haben, oder nahezu wörtliche Über­nahmen, ohne dies gekennzeichnet oder ausreichend belegt zu haben. In einigen Fällen finden sich sowohl bei wortwörtlichen als auch bei nahezu wörtlichen Übernahmen an den Absatz- oder Kapitel-Enden Fußnoten mit Literaturbelegen, aus denen aber Art und Umfang der wortwörtlichen oder nahezu wörtlichen Übernahmen nicht hervorgehen.


Die Zählung der Plagiatsfragmente erfolgt nach der Absatzformatierung in der Disser­tation (ein Plagiatsfragment entspricht einem Absatz der Doktorarbeit).


Legende für die Tabelle:

Neu gefundene Plagiatsfragmente und/oder Originalquellen in Fettschrift.


Fließtext in Mario Wagners Dissertation

(keine Anführungszeichen, keine Einrückungen, keine [sonstigen] optischen Hervorhebungen)

Originalliteratur

(durchweg ungekennzeichnet, von Wagner bis auf wenige Webquellen aus Printliteratur ab- und umgeschrieben)

1

Joseph Kardinal Höffners christliche Gesellschaftslehre befasst sich mit den sozialen Dimensionen des Evangeliums. Er erforschte die Konsequenzen der christlichen Botschaft für die sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen. Mit seinem Werk leistet er einen Beitrag zur Humanisierung dieser Bereiche. Seit der ersten Sozialenzyklika "Rerum Novarum" von Papst Leo XIII aus 1891 versucht Höffner deutlich zu machen, dass die Humanisierung der sozialen Beziehungen in diesen vier Feldern nicht nur von Einstellungen, Tugenden und Verhaltensweisen der Menschen, sondern auch von gesellschaftlichen Ordnungen abhängt. S. 2

"Die Christliche Gesellschaftslehre befaßt sich mit den sozialen Dimensionen des Evangeliums und mit den Konsequenzen der christlichen Botschaft für die sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen. [... ] will sie einen Beitrag zu deren Humanisierung leisten. [...] Sie versucht seit der ersten Sozialenzyklika Rerum novarum von Papst Leo XIII 1891 deutlich zu machen, daß die Humanisierung der sozialen Beziehungen in diesen vier Feldern nicht nur von Einstellungen, Tugenden und Verhaltensweisen der Menschen, sondern auch von gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, mithin von Ordnungen, abhängt." (Spieker 1999, S. 41)

2

Am 24.12.1906 wurde Joseph Höffner in Horhausen im Westerwald in einer Bauernfamilie geboren. Ihm folgten fünf Schwestern. Bereits mit neun Jahren verlor er seine Mutter. In zweiter Ehe wurden seinem Vater noch zwei Söhne geboren. [...] Mit zwölf Jahren wechselt er in das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium nach Montabaur, welches er von 1919 bis 1922 besuchte, danach nach Trier in das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, wo er 1926 die Reifeprüfung ablegte. S. 8

"Joseph Höffner wurde am 24. Dezember 1906 in Horhausen (Westerwald) in einer Bauernfamilie geboren. Ihm folgten fünf Schwestern. Mit neun Jahren verlor er seine Mutter. In zweiter Ehe wurden seinem Vater noch zwei Söhne geboren. Von 1919 bis 1922 besuchte er das nahegelegene Kaiser-Wilhelm-Gymnasium ín Montabaur, dann wechselte er an das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium nach Trier, wo er 1926 die Reifeprüfung ablegte." (Roos 1999, S. 252)

3

Im Alter von zwanzig Jahren wurde er als angehender Theologiestudent von seinem Bischof nach Rom geschickt und studierte 1926-1934 an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Er wurde 1929 zum Doktor der Philosophie und 1934 zum Doktor der Theologie promoviert2. Davor erhielt er schon 1931 das Baccalaureat im Kirchenrecht. Nach seinem Studium war er kurz in der Seelsorge tätig, hatte er doch schon am 30. Oktober 1932 in Rom die Priesterweihe empfangen. Von 1934-1937 war er Kaplan in Saarbrücken. S. 9 (Fußnote 2 von Wagner erwähnt nur den Titel der Doktorarbeit, keine Referenz auf das Original.)

"Noch im gleichen Jahr wurde der angehende Theologiestudent von seinem Bischof nach Rom an die Päpstliche Universität Gregoriana geschickt, wo er zunächst 1929 zum Doktor der Philosophie promoviert wurde, 1931 das Baccalaureat im Kirchenrecht erwarb und 1934 [...] den theologischen Doktorgrad erlangte. Zuvor hatte er am 30. Oktober 1932 in Rom die Priesterweihe empfangen. An das römische theologische Doktorat schloß sich 1934 bis 1937 eine Kaplanstätigkeit in Saarbrücken an." (Roos 1999, S. 252)

4

In Freiburg absolvierte Höffner auch das Studium der Volkswirtschaftslehre, welches er 1939 als "Diplom-Volkswirt" abschloss.

Ein Jahr später folgte die bei Walter Eucken angefertigte wirtschaftswissenschaftliche Dissertation mit dem Thema

"Wirtschaftsethik und Monopole im 15. und 16. Jahrhundert"4.

S. 9 f. (Fußnote 4 enthält erneut keine Referenz auf das Original.)

"Gleichzeitig hatte Joseph Höffner an der Universität Freiburg mit dem Studium der Volkswirtschaftslehre begonnen, das er 1939 als Diplomvolkswirt abschloß. Ein Jahr später folgte die bei Walter Eucken angefertigte wirtschaftswissenschaftliche Dissertation mit dem Thema 'Wirtschaftsethik und Monopole im 15. und 16. Jahrhundert'." (Roos 1999, S. 253)

5

In den Jahren 1944 und 45 folgte seine Habilitation aus Moraltheologie zum Thema "Christentum und Menschenwürde. Das Anliegen der spanischen Kolonialethik im Goldenen Zeitalter", die 1947 publiziert wurde. S. 10

"1944 wurde Höffner [...] für das Fach Moraltheologie habilitiert. Die Arbeit 'Christentum und Menschenwürde. Das Anliegen der spanischen Kolonialethik im Goldenen Zeitalter' wurde 1947 erstmals veröffentlicht." (Roos 1999, S. 253)

Sein Werk in dieser Zeit war durch aktuelle wirtschaftspolitische, vor allem aber auch sozialpolitische Fragestellungen geprägt. Seine Arbeit wurde dadurch beeinflusst, dass er als geistlicher Beirat des

6

Bundes katholischer Unternehmer und wissenschaftlicher Politikberater auf dem Gebiet der Sozialpolitik in den wissenschaftlichen Beiräten bei verschiedenen Bundesministerien tätig war, zum Beispiel bei dem des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung. S. 11

"[...] war sein Werk deutlich durch aktuelle wirtschaftspolitische, vor allem aber auch sozialpolitische Fragestellungen geprägt. Seine Arbeit wurde stark dadurch beeinflußt, daß er als geistlicher Beirat des Bundes Katholischer Unternehmer und wissenschaftlicher Politikberater auf dem Gebiet der Sozialpolitik in den wiss. Beiräten bei verschiedenen Bundesministerien tätig war (u.a. Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung)." (Webquelle, siehe hier S. 39. Originalautorin Ulrike Kostka; eine schriftliche Bestätigung liegt dem Gutachter vor.)

7

1951 erfolgte die Gründung des Instituts für christliche Sozialwissenschaften. Er übernahm dessen Leitung als erster Direktor bis 1962. S. 11

"Höffner erreichte 1951 die Gründung des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften, dessen Leitung er als erster Direktor übernahm."(Selbe Quelle)

8

Die Kenntnisse seiner Hörer auf dem Gebiet der Katholischen Soziallehre wurden durch ein "Diplom für christliche Sozialwissenschaften" bestätigt, welches vom Kultusminister 1960 genehmigt wurde. Ein entsprechender Abschluss wurde von mehr als 100 Studierenden erworben. S. 11

"Um seinen Hörern [...] die Möglichkeit zu geben, ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der Katholischen Soziallehre nachzuweisen, wurde ein eigenes 'Diplom für Christliche Sozialwissenschaften' geschaffen und vom Kultusminister 1960 genehmigt. Ein entsprechender Abschluß wurde von mehr als 100 Studierenden erworben." (Selbe Quelle; Autorin Ulrike Kostka)

9

Seit 1955 war Höffner Herausgeber einer eigenen Schriftenreihe: "Schriften des Instituts für christliche Sozialwissenschaften" und seit 1960 Herausgeber des Jahrbuchs für christliche Sozialwissenschaften [...]. S. 11 f.

"[...] dass Höffner seit 1955 eine eigene Schriftenreihe ('Schriften des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften') herausgab und 1960 das 'Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften' begründete." (Selbe Quelle; Autorin Ulrike Kostka)

10

Sein Lehrstuhl blieb von 1962-1964 vakant. Kommissarischer Leiter wurde der Moraltheologe Wilhelm Heinen und die Lehrveranstaltungen wurden von verschiedenen Gastdozenten durchgeführt. S. 12

"Der Lehrstuhl blieb [...] von 1962-64 vakant. Die Lehrveranstaltungen wurden von verschiedenen Gastdozenten durchgeführt. Kommissarischer Leiter des ICS wurde der Moraltheologe Wilhelm Heinen." (Selbe Quelle)

11

Im Jahre 1969 folgte die Ernennung zum Kardinal durch die Aufnahme ins Kardinalskollegium. 1976 wurde er durch die Deutsche Bischofskonferenz als Nachfolger von Julius Kardinal Döpfner als Vorsitzender gewählt. Seine Wiederwahl für weitere sechs Jahre schloss sich 1982 an. Er nahm an fünf römischen Bischofssynoden teil. Als Gelehrter der Katholischen Soziallehre und Wirtschaftsethiker erhielt er zahlreiche Ehrungen: Ehrendoktor der Sophia-Universität in Tokio (rer.pol.) 1973, der St. Thomas-Universität in Manila (in the humanities) 1978, der katholischen Fu-Jen-Universität in Taipeh (rer.econ.) 1979, des Ateneo de Manila (literarum human.) 1983, der Universidad Panamericana in Mexico-City (rer.econ.) 1986 und der De la Salle-University in Manila (of Management of Social Services) 1986. Im Jahre 1981 erhielt er das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 1982 das Großkreuz des Verdienstordens der italienischen Republik. 1975 wurde er zum "Mega Euergetes" des orthodoxen Zentrums des ökumenischen Patriarchates in Chembesy bei Genf ernannt. S. 12 f.

"[...] wo er am 24. Februar 1969 das Amt des Erzbischofs übernahm und kurz danach ins Kardinalskollegium aufgenommen wurde. 1976 wählte ihn die Deutsche Bischofskonferenz als Nachfolger von Julius Kardinal Döpfner zu ihrem Vorsitzenden, 1982 schloß sich die Wiederwahl für weitere sechs Jahre an. Sein zunehmendes weltkirchliches Gewicht zeigte sich u.a. durch die Teilnahme an insgesamt fünf römischen Bischofssynoden. Sein wachsendes Ansehen als Fachmann der Katholischen Soziallehre mit einem besonderen Schwerpunkt in wirtschaftsethischen Fragen schlug sich in einer Reihe von Ernennungen zum Ehrendoktor nieder: der Sophia-Universität in Tokyo (rer. pol.) 1973, der Päpstlichen St. Thomas-Universität in Manila (in the humanities) 1978, der katholischen Fu-Jen-Universität in Taipeh (rer. econ.) 1979, der Ateneo de Manila University (literarum human.) 1983, der Universidad Panamericana in Mexico-City (rer. econ.) 1986 und schließlich der De la Salle-University in Manila (of Management of Social Services) 1986.

Joseph Höffner erhielt 1981 das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 1982 das Großkreuz des Verdienstordens der italienischen Republik. 1975 wurde er zum 'Megas Euergetes' des Orthodoxen Zentrums des Ökumenischen Patriarchates in Chambésy bei Genf ernannt." (Roos 1999, S. 254)

Seine Forschungen hat er nie beendet. Das zeigen auch seine Eröffnungsreferate vor den Herbstvollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz zu Problemen der Friedenssicherung anlässlich der Nachrüstung der NATO mit nuklearen

12

Mittelstreckenraketen (1981), zur Befreiungstheologie (1984), zur Wirtschaftsethik (1985) und zur Staatsethik (1986). Dabei hat er neue Probleme erarbeitet.6 S. 13 f. (In Fußnote 6 Hinweis auf Spieker)

"Daß er seine sozialethischen Forschungen nie beendet hat, zeigen seine Eröffnungsreferate vor den Herbstvollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz zu Problemen der Friedenssicherung anläßlich der Nachrüstung der NATO mit nuklearen Mittelstreckenraketen (1981), zur Befreiungstheologie (1984), zur Wirtschaftsethik (1985) und zur Staatsethik (1986). Dabei hat er [...] neue Probleme [...] erarbeitet." (Spieker 1999, S. 43 f.)

13

In Folge einer schweren Krankheit trat der Kardinal am 15. August 1987 vorzeitig vom Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz zurück. Am 14. September – dem Tag seines silbernen Bischofsjubiläums, zu dessen Festgottesdienst er wegen gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte – nahm der Papst sein Rücktrittsgesuch an. Am 16. Oktober 1987 verstarb der große Gelehrte und Kardinal.7 S. 14 (Fußnote 7 führt nicht zum Original von Roos, sondern zu einer Arbeit von Meisner; offenbar Verschleierung)

'"Am 15. August 1987 sah sich der Kardinal infolge einer schweren Krankheit veranlaßt, vorzeitig vom Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz zurückzutreten. Am Tag seines Silbernen Bischofsjubiläums, am 14. September 1987, an dem er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am Festgottesdienst teilnehmen konnte, nahm der Papst sein Rücktrittsgesuch an. Am 16. Oktober 1987 gab er sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurück." (Roos 1999, S. 254)

14

[...] dass es auch nach dem Sündenfall eine in der gesellschaftlichen Veranlagung des Menschen grundgelegte, das heißt gottgewollte Ordnung des menschlichen Zusammenlebens gibt. Gott hat den gefallenen Äon nicht seinem Widersacher überlassen.8 S. 17 (Fußnote 8 führt zur falschen Arbeit von Höffner; offenbar Verschleierung)

"Auch nach dem Sündenfall gibt es eine in der gesellschaftlichen Veranlagung des Menschen grundgelegte, das heißt gottgewollte Ordnung des menschlichen Zusammenlebens. Gott hat den gefallenen Äon nicht seinem Widersacher überlassen." (Webquelle, siehe hier S. 39)

15

In der Kraft des Geistes sollen sie die Menschen zum Glauben rufen oder im lebendigen Glauben stärken. Das Geheimnis Christi sollen sie ihnen unverkürzt vorlegen, jene Wahrheiten nämlich, deren Unkenntnis gleichbedeutend ist mit der Unkenntnis Christi, desgleichen den Weg, den Gott geoffenbart hat, die Verherrlichung Gottes und damit zugleich die ewige Seligkeit zu erreichen. S. 22

"In der Kraft des Geistes sollen sie die Menschen zum Glauben rufen oder im lebendigen Glauben stärken. Das Geheimnis Christi sollen sie ihnen unverkürzt vorlegen, jene Wahrheiten nämlich, deren Unkenntnis gleichbedeutend ist mit der Unkenntnis Christi, desgleichen den Weg, den Gott geoffenbart hat, die Verherrlichung Gottes und damit zugleich die ewige Seligkeit zu erreichen..." (Webquelle, siehe hier S. 39)

16

Kardinal Höffner legt seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt auf die christliche Soziallehre, die er als eingebettet in die Theologie sowie als im Dienst der Menschen stehend betrachtet. Dazu fährt das Bischofsdekret in seinem 12. Abschnitt fort: "Ferner sollen sie aufzeigen, dass selbst die irdischen Dinge und die menschlichen Einrichtungen nach dem Plan des Schöpfergottes auf das Heil der Menschen hingeordnet sind und somit zum Aufbau des Leibes Christi nicht wenig beitragen können. Sie mögen also aufzeigen, wie nach der Lehre der Kirche die menschliche Person zu achten ist, mit ihrer Freiheit und auch mit ihrem leiblichen Leben; ebenso die Familie, ihre Einheit und Festigkeit sowie die Zeugung und Erziehung der Nachkommenschaft; die weltliche Gesellschaft mit ihren Gesetzen und Berufsständen; die Arbeit und die Freizeit; die Künste und die technischen Erfindungen; die Armut und der Reichtum. Schließlich sollen sie die Grundsätze darlegen, nach denen die überaus schwerwiegenden Fragen über Besitz, Vermehrung und rechte Verteilung der materiellen Güter, über Krieg und Frieden sowie über das brüderliche Zusammenleben aller Völker zu lösen sind (CD12)". S. 22 f.

"Höffner legt seinen wissenschaftlichen Schwerpunkt auf die Christliche Soziallehre, die er als eingebettet in die Theologie sowie als im Dienst der Menschen stehend betrachtet. [...] Im 12. Abschnitt fährt es fort: Ferner sollen sie (wiederum die Bischöfe) aufzeigen, daß selbst die irdischen Dinge und die menschlichen Einrichtungen nach dem Plan des Schöpfergottes auf das Heil der Menschen hingeordnet sind und somit zum Aufbau des Leibes Christi nicht wenig beitragen können. [...] Sie mögen also aufzeigen, wie nach der Lehre der Kirche die menschliche Person zu achten ist, mit ihrer Freiheit und auch mit ihrem leiblichen Leben; ebenso die Familie, ihre Einheit und Festigkeit sowie die Zeugung und Erziehung der Nachkommenschaft; die weltliche Gesellschaft mit ihren Gesetzen und Berufsständen; die Arbeit und die Freizeit; die Künste und die technischen Erfindungen; die Armut und der Reichtum. Schließlich sollen sie die Grundsätze darlegen, nach denen die überaus schwerwiegenden Fragen über Besitz, Vermehrung und rechte Verteilung der materiellen Güter, über Krieg und Frieden sowie über das brüderliche Zusammenleben aller Völker zu lösen sind (CD12)." (Meisner 1999, S. 30 f.; Zitat in Wagners Plagiat mit übernommen.)

Alle diese Themen wurden von Kardinal Höffner genau betrachtet. Es ging ihm darum, die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen der Welt mit dem Evangelium zu durchdringen. In diesem Bemühen der Kirche insgesamt sowie Kardinal Höffners im Besonderen wird deutlich, wie sehr die Lehre und die wissenschaftliche Forschung und

17

Diskussion in die Hirtensorge eingebettet sein müssen, die die geweihten Amtsträger in persona Christi capitis ausüben. So war der Lehrer Höffner zugleich getreuer Nachfolger des Guten Hirten, der Mitleid mit den vielen Menschen hat, weil sie müde und erschöpft sind wie Schafe, die keinen Hirten haben (vgl. Mt 9,36). Gerade wegen seiner präzisen und zugleich verständlichen Sprache konnte Kardinal Höffner seine wissenschaftliche Lehrtätigkeit so harmonisch in seine Hirtensorge integrieren. S. 23 (Zusätzlich Zitate im Plagiat nicht gekennzeichnet.)

"Nicht eines der hier genannten Themen hat Kardinal Höffner ausgelassen. Immer ging es ihm darum, die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen der Welt mit dem Evangelium zu durchdringen.

Gerade in diesem Bemühen der Kirche insgesamt sowie Kardinal Höffners im besonderen wird deutlich, wie sehr die Lehre und die wissenschaftliche Forschung und Diskussion eingebettet sein müssen in die Hirtensorge, die die geweihten Amtsträger in persona Christi capitis ausüben. So war der Lehrer Höffner zugleich getreuer Nachfolger des Guten Hirten, der Mitleid mit den vielen Menschen hat, weil sie müde und erschöpft sind wie Schafe, die keinen Hirten haben (vgl. Mt 9,36). Gerade wegen seiner präzisen und zugleich verständlichen Sprache konnte Kardinal Höffner seine wissenschaftliche Lehrtätigkeit so harmonisch in seine Hirtensorge integrieren." (Meisner 1999, S. 31)

Die Bischöfe sollen die christliche Lehre auf eine Weise vortragen, die den Erfordernissen der Zeit angepasst ist, das heißt, die den Schwierigkeiten und Fragen, von denen die Menschen so sehr bedrängt und geängstigt werden, entspricht. Bei ihrer Verkündigung sollen sie die mütterliche Sorge der

18

Kirche um alle Menschen, seien sie gläubig oder ungläubig, unter Beweis stellen und sich mit besonderer Sorge der Armen und Schwachen annehmen; ihnen die Frohbotschaft zu verkünden, hat der Herr sie gesandt (CD13). S. 24 (Zitat bei Wagner nicht gekennzeichnet.)

"Die christliche Lehre sollen sie auf eine Weise vortragen, die den Erfordernissen der Zeit angepaßt ist, das heißt, die den Schwierigkeiten und Fragen, von denen die Menschen so sehr bedrängt und geängstigt werden, entspricht. ... Bei ihrer Verkündigung sollen sie die mütterliche Sorge der Kirche um alle Menschen, seien sie gläubig oder ungläubig, unter Beweis stellen und sich mit besonderer Sorge der Armen und Schwachen annehmen; ihnen die Frohbotschaft zu verkünden, hat der Herr sie gesandt (CD13)." (Meisner 1999, S. 31)

Der Bischof übt sein Lehramt der ihm anvertrauten Herde gegenüber aus, um ihr durch die Botschaft des Evangeliums Orientierung und Weisung zu geben. Und das gilt nicht nur für die Schafe, die nicht aus diesem (eigenen) Stall sind, wie das Johannesevangelium (Joh 10,14-16) lehrt. Legt man dieses Evangelienwort frei aus, kann man den Dialog mit der Welt als eine unverzichtbare Aufgabe des Bischofs festhalten. Joseph Höffner hat sich diesem Dienst in ganz

19

besonderer Weise gestellt. Der soziale Wiederaufbau Deutschlands ohne Joseph Höffners Mitwirken, wäre undenkbar gewesen. Er ist als einer der Autoren des so genannten "Vier-Professoren-Gutachtens" von 1955 zur "Neuordnung der sozialen Leistungen" für die Konzeption der dynamischen Rente mitverantwortlich. S. 24

"Der Bischof übt sein Lehramt der ihm anvertrauten Herde gegenüber aus, um ihr durch die Botschaft des Evangeliums Orientierung und Weisung zu geben. [...] Und das gilt nicht nur für die Schafe 'aus dem eigenen Stall', wie uns das Johannesevangelium lehrt: [...] (Joh 10,14-16).

In einer freien Auslegung des Evangelienwortes dürfen wir den Dialog mit der Welt als eine der unverzichtbaren Aufgaben des Bischofs festhalten. Joseph Höffner [...] hat sich ihm in einer Weise gestellt [...]. [...] der soziale Wiederaufbau Deutschlands sei ohne Höffners Mitwirken so nicht zu denken. Als einer der Autoren des sogenannten 'Vier-Professoren-Gutachtens' von 1955 zur 'Neuordnung der sozialen Leistungen' zeichnet er beispielsweise mitverantwortlich für die Konzeption der dynamischen Rente." (Meisner 1999, S. 31 f.)

20

Höffner sah sein Lehramt selbst so: "Der Bischof als Lehrer: Als Verkünder der Botschaft Christi wird der Bischof bei seinen Visitationen nicht selten darauf stoßen, dass es heute eine Verwegenheit im theologischen Denken gibt, die nicht mehr klar erkennen lässt, ob hier überhaupt noch im Namen der Kirche geredet wird". Wenn die Verkündiger ihre Predigt auf den jeweils neuesten theologischen Meinungen aufbauen, geben sie die kirchliche Dimension der Verkündigung preis. (Deutsche Bischofskonferenz 1967). S. 25 (Zitat im Plagiat ignoriert.)

"Wie aber sah Kardinal Höffner selbst sein Lehramt? [...]

[...] Der Bischof als Lehrer: Als Verkündiger der Botschaft Christi wird der Bischof bei seinen Visitationen nicht selten darauf stoßen, daß es heute eine 'Verwegenheit im theologischen Denken gibt, die nicht mehr klar erkennen läßt, ob hier überhaupt noch im Namen der Kirche geredet wird' [...]. Wenn die Verkündiger ihre Predigt auf den jeweils neuesten theologischen Meinungen aufbauen, geben sie die kirchliche Dimension der Verkündigung preis [...]. (Deutsche Bischofskonferenz 1967). (Meisner 1999, S. 32 f.)

21

Die Glaubenswahrheit und vergessenen Gebote Gottes genießen Vorzug vor einer Auswahlverkündigung nach dem Motto "Was gefällt oder kommt gut an", die dem Auftrag Christi widerspricht. S. 25

"Heute gibt es vergessene Glaubenswahrheiten und vergessene Gebote Gottes. Die Auswahlverkündigung – nach dem Motto: Was kommt an? Was gefällt? [...] – widerspricht dem Auftrag Christi." (Meisner 1999, S. 33)

Bei der Erfüllung ihrer Vater- und Hirtenaufgabe seien die Bischöfe in der Mitte der Ihrigen wie Diener, gute Hirten, die ihre Schafe kennen und deren Schafe auch sie kennen, wahre Väter, die sich durch den

22

Geist der Liebe und der Sorge für alle auszeichnen und deren von Gott verliehener Autorität sich alle bereitwillig unterwerfen (CD 16). S. 25

"Bei der Erfüllung ihrer Vater- und Hirtenaufgabe seien die Bischöfe in der Mitte der Ihrigen wie Diener, gute Hirten, die ihre Schafe kennen und deren Schafe auch sie kennen, wahre Väter, die sich durch den Geist der Liebe und der Sorge für alle auszeichnen und deren von Gott verliehener Autorität sich alle bereitwillig unterwerfen (CD 16)." (Meisner 1999, S. 33)

23

Nicht zufällig war "Vater Joseph" der bekannteste Ehrentitel von Joseph Höffner. Der Name wurzelt jedoch mehr in Höffners Professorentätigkeit als in seinem Bischofsamt. Pater Alexander Senftle erinnerte sich dazu in einem Buch der Pontificia Universita Della Santa Croce an einen Rat, den ihm Joseph Höffner nach dem Studium gab: Bei allem Studium vernachlässigen Sie nicht eine bestimmte und feste pastorale Praxis, zum Beispiel einen festen Beichtstuhl. Das gilt besonders auch für später, wenn Sie dozieren. Senftle verweist darauf, dass Professor Höffner zu dieser Zeit einen Beichtstuhl in St.Joseph in Münster gehabt habe und regelmäßig den Altardienst in den Kliniken versah.12 S. 26 (Erster unzureichender Hinweis auf die abgeschriebene Originalquelle am Ende dieses Absatzes durch Fußnote 12; zweimal Zitate von Senftle nicht gekennzeichnet.)

"Und zufällig ist der bekannteste Ehrentitel des Kardinals ausgerechnet der Name 'Vater Joseph' [...].

Dabei bezieht sich der Name 'Vater Joseph' gar nicht in erster Linie auf Höffners Bischofsamt, sondern wurzelt in seiner Professorentätigkeit. Der schon genannte Pater Alexander Senftle weiß zu berichten, daß Professor Höffner ihm nach dem Studium den Rat gab: Bei allem Studium vernachlässigen Sie nicht eine bestimmte und feste pastorale Praxis, zum Beispiel einen festen Beichtstuhl. [...] Das gilt besonders auch für später, wenn Sie dozieren. Senftle verweist darauf, daß Professor Höffner zu dieser Zeit einen Beichtstuhl in St. Josef in Münster gehabt habe und regelmäßig den Altardienst in den Kliniken versah." (Meisner 1999, S. 33 f.)

24

Trotz der glänzenden Lehrtätigkeit des Bischofs und Kardinals Höffner vernachlässigte er sein pastorales Engagement nie. Seine direkten pastoralen Tätigkeiten waren Kaplan und Pfarrer von 1934 bis 1945. S. 26

"Mit Lothar Roos mag man den falschen Eindruck beklagen, daß hinter der glänzenden Lehrtätigkeit des Professors und Bischofs Höffner sein pastorales Engagement zurücktreten müsse. [...] seine direkt pastorale Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer von 1934 bis 1945." (Meisner 1999, S. 34)

25

Von 1943 an verbarg er die siebenjährige jüdische Sara Meyerowitz, die zur Tarnung den Namen Christa Koch führte. Zur selben Zeit hielt er auch die jüdische Doktorin Edith Nowak versteckt.13 S. 26 (Zweiter unzureichender Hinweis auf die abgeschriebene Originalquelle am Ende dieses Absatzes durch Fußnote 13)

"[...] von März 1943 an ein damals siebenjähriges jüdisches Mädchen verbarg: Esther Sara Meyerowitz, das zur Tarnung den Namen Christa Koch führte. Zur selben Zeit hielt er [...]die Jüdin Dr. Edith Nowak [...] versteckt. (Meisner 1999, S. 34)

26

Seine pastorale Grundeinstellung geht gut aus seinem "Geistlichen Testament" hervor, dass er am Aschermittwoch 1980 für die Kölner Katholiken verfasst hat: "Gott hat den Hirtenstab des heiligen Maternus in einer gesellschaftlich und innerkirchlich sehr bewegten Zeit meiner schwachen Hand anvertraut. Ich habe die Kirche als von außen und innen angefochtene erfahren. Aber gerade in den Jahren der Gärung und des Umbruchs hat mich die Gewissheit getröstet und gestärkt, dass Jesus Christus in seiner Kirche lebt und wirkt. … Da ich nun vor ihm Rechenschaft ablegen muss, bitte und beschwöre ich alle Gläubigen des Kölner Erzbistums, in der Liebe und Treue zu Christus und seiner Kirche, die sein Leib ist (Kol 1,24), zu verharren, die Einheit im Glauben – in Gemeinschaft mit dem Nachfolger des heiligen Petrus – zu bewahren, im täglichen Leben Christus nachzufolgen und durch das christliche Lebenszeugnis die Kirche an jenen Stellen und in jenen Verhältnissen gegenwärtig und wirksam zu machen, wo die Kirche nur durch sie Salz der Erde sein kann (II. Vat. K., LG 33)".

'

S. 27 (Zitat im Plagiat ignoriert.)

"Um seine pastorale Grundeinstellung zu erspüren, brauchen wir aber nur das Geistliche Testament des Kardinals zu lesen, das er am Aschermittwoch 1980 für die Kölner Katholiken verfaßt hat. [...]

Gott hat den Hirtenstab des heiligen Maternus in einer gesellschaftlich und innerkirchlich sehr bewegten Zeit meiner schwachen Hand anvertraut. Ich habe die Kirche als von außen und innen angefochtene erfahren. Aber gerade in den Jahren der Gärung und des Umbruchs hat mich die Gewißheit getröstet und gestärkt, daß Jesus Christus in seiner Kirche lebt und wirkt. [...] Da ich nun vor ihm Rechenschaft ablegen muß, bitte und beschwöre ich alle Gläubigen des Kölner Erzbistums, in der Liebe und Treue zu Christus und seiner Kirche, die sein Leib ist (Kol 1,24), zu verharren, die Einheit im Glauben – in Gemeinschaft mit dem Nachfolger des heiligen Petrus – zu bewahren, im täglichen Leben Christus nachzufolgen und durch das christliche Lebenszeugnis 'die Kirche an jenen Stellen und in jenen Verhältnissen gegenwärtig und wirksam zu machen, wo die Kirche nur durch sie das Salz der Erde sein kann' (II. Vat. Konzil, LG 33)". (Meisner 1999, S. 34 f.)

Dem Bischofsdekret sind auch Worte zum Verhältnis der Bischöfe zu ihren Priestern zu entnehmen. Mit besonderer Liebe sollen sie jederzeit den Priestern zugetan sein, die für ihren Teil die Aufgaben und Sorgen der Bischöfe übernehmen würden. Sie sollen sie als Söhne und Freunde betrachten. Deshalb sollen sie sie bereitwillig anhören und sich durch ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen um den Fortschritt der gesamten Seelsorgsarbeit in der ganzen Diözese bemühen. Anlässlich des Amtverzichts Höffners sagte der damalige

27

Kölner Weihbischof Hubert Luthe, dass Höffner selbst nie für sich den Titel "Vater" in Anspruch genommen hat, dieser umso mehr jedoch so genannt wurde.14 S. 27 f. (Dritter unzureichender Hinweis auf die abgeschriebene Originalquelle am Ende dieses Absatzes durch Fußnote 14; Zitat nicht gekennzeichnet.)

"Kehren wir zum Bischofsdekret zurück [...], so hören wir auch Worte zum Verhältnis des Bischofs zu seinen Priestern. Mit besonderer Liebe seien sie jederzeit den Priestern zugetan, die ja für ihren Teil die Aufgaben und Sorgen der Bischöfe übernehmen [...]. Sie sollen sie als Söhne und Freunde betrachten. Deshalb sollen sie sie bereitwillig anhören und sich durch ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen um den Fortschritt der gesamten Seelsorgsarbeit in der ganzen Diözese bemühen. [...] Ich will Ihnen [...] ein Wort des damaligen Kölner Weihbischofs Hubert Luthe zu Gehör bringen, der anläßlich des Amtsverzichts Höffners sagte: [...] Er hat für sich nie den Titel 'Vater' in Anspruch genommen, aber er ist für uns Vater geworden." (Meisner 1999, S. 35)

28

"Christus Dominus" vertieft die Thematik noch weiter und schlägt Wege und Methoden vor, die Lage der Menschen besser zu erkunden. Man muss dabei nicht nur die geistlichen und moralischen, sondern auch die sozialen, demographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Menschen berücksichtigen. Soziologische und religiöse Untersuchungen durch pastoralsoziologische Institute tragen viel dazu bei, dieses Ziel wirksam und fruchtbar zu machen. Sie werden eindringlich empfohlen (CD 17). S. 28 (Zitat nicht gekennzeichnet.)

"'Christus Dominus' vertieft die Thematik und schlägt Wege und Methoden vor, die Lage der Menschen besser zu erkunden: [...] Man muß dabei nicht nur die geistlichen und moralischen, sondern auch die sozialen, demographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Menschen berücksichtigen. Soziologische und religiöse Untersuchungen durch pastoralsoziologische Institute tragen sehr viel dazu bei, dieses Ziel wirksam und fruchtbar zu machen. Sie werden eindringlich empfohlen (CD 17). (Meisner 1999, S. 35 f.)

29

Dazu trägt genau das bereits genannte und 1945 in Münster gegründete Institut für christliche Sozialwissenschaften besonders viel bei. Es ist Beispiel dafür, wie die Theologie dem Hirtenamt zuarbeitet. S. 28 f. (Besonders deutliches Plagiat einer eigenen Einschätzung von Meisner.)

"Wer denkt da nicht an das bereits genannte Institut für christliche Sozialwissenschaften, das Joseph Höffner 1945 in Münster gründete! Hier haben wir ein gelungenes Beispiel dafür, wie die Theologie dem Hirtenamt zu- und nicht entgegenarbeitet [...]." (Meisner 1999, S. 36)

– Zum einen ist die unauflösliche Einheit von Hirten- und Lehramt in der Person des Erzbischofs deutlich geworden. Seine theologische Anstrengung fand mit seiner Bischofsweihe kein Ende, sondern erhielt lediglich ein neues Ziel und vor allem eine neue Verantwortung; sie wurde eingebettet in den Dienst des Hirten an seiner Herde. Dies gilt nicht nur im Hinblick auf das Erzbistum Köln, sondern auf die ganze Weltkirche, für die Höffner als Bischof und als Kardinal mitsorgte.



30

– Zum zweiten erinnert Meissner daran, in welch bisweilen erstaunlicher Weise Joseph Höffner die Weisungen und Ratschläge des Zweiten Vatikanischen Konzils an die Bischöfe weitergab, ihnen gewissermaßen ein Angesicht gab.

'

– Schließlich war Kardinal Höffner in Lehre und Hirtendienst ein Vater für seine Schüler ebenso wie für die Gläubigen des Erzbistums Köln. Er war ein milder Vater und verkörperte die Tugenden der Demut und Sanftmut, die "Christus Dominus" von den Bischöfen einfordert; Eigenschaften, die auch dazu angetan sind, bisweilen ausgenützt zu werden. So hat sich nicht alles durchsetzen können von dem, was in Höffners Lehren – etwa in den Thesen – so eindeutig, klar und unmissverständlich vorgezeichnet ist. 16 S. 30 (In Fußnote 16 letzter unzureichender Hinweis auf das abgeschriebene Original. – Kardinal Meisner wird von Wagner fast durchgängig "Meissner" genannt.)

– Nun, ich denke, zum einen ist die unauflösliche Einheit von Hirten- und Lehramt in der Person des Erzbischofs deutlich geworden. Seine theologische Anstrengung fand mit seiner Bischofsweihe kein Ende, sondern erhielt lediglich ein neues Ziel und vor allem eine neue Verantwortung; sie wurde eingebettet in den Dienst des Hirten an seiner Herde. Dies sage ich nicht nur im Hinblick auf das Erzbistum Köln, sondern auf die ganze Weltkirche, für die Höffner als Bischof und als Kardinal mitsorgte.

– Zum zweiten möchte ich daran erinnern, in welch bisweilen schon erstaunlicher Weise Joseph Höffner die Weisungen und Ratschläge des Zweiten Vatikanischen Konzils an die Bischöfe verkörperte, ihnen gewissermaßen ein Angesicht gab.

'– Schließlich war Kardinal Höffner in Lehre und Hirtendienst ein Vater für seine Schüler ebenso wie für die Gläubigen des Erzbistums Köln. Er war ein sehr milder Vater und verkörperte geradezu die Tugenden der Demut und Sanftmut, die 'Christus Dominus' von den Bischöfen einfordert; Eigenschaften, die leider auch dazu angetan sind, bisweilen ausgenützt zu werden. So hat sich nicht alles durchsetzen können von dem, was in Höffners Lehren – etwa in den Thesen – so eindeutig, klar und unmißverständlich vorgezeichnet ist." (Meisner 1999, S. 39; Meisners eigene Zusammenfassung in der Ich-Form wird zu Wagners Zusammenfassung.)

In seinen römischen Studienjahren von 1926 bis 1934 lenkte sein moraltheologischer Lehrer an der Gregoriana, der Jesuit Arthur Vermeersch, die Aufmerksamkeit seines Schülers auf bestimmte moraltheologische Autoren der norditalienischen und spanischen Spätscholastik des 15. und 16. Jahrhunderts, bei denen sich erstmals der Ansatz einer neuzeitlichen Bedingungen genügenden Sozialethik findet. Höffner entdeckte, dass sich bei diesen Autoren jene Verbindung von theologisch-philosophischer Anthropologie und empirischer Beobachtung der humanen Wirklichkeit bzw. des menschlichen Sozialverhaltens findet, die für das neuzeitliche

31

Wissenschaftsverständnis unverzichtbar wird. So kommen zum Beispiel die norditalienischen Moraltheologen Bernardin von Siena (verstorben 1444) und Antonio von Florenz (verstorben 1459) aufgrund einer genauen Analyse der damaligen Geldwirtschaft zu einer Überwindung des pauschalen Zinsverbotes und einer ökonomisch wie ethisch gleichermaßen überzeugenden Kriteriologie der Erlaubtheit des Zinses. Die spanischen Scholastiker Dominikus Banez und Johannes de Lugo entwickeln aus einer genauen Beobachtung des Marktgeschehens eine Lehre des "gerechten Preises", das heißt sie lehnen Monopole wie hoheitliche Preisfestsetzungen ab und kommen zu dem Ergebnis, dass unter bestimmten Bedingungen der Marktpreis dem Postulat der Gerechtigkeit am nächsten kommt. Anders gesprochen: S. 31 f.

"In seinen römischen Studienjahren (1926-1934) lenkte sein moraltheologischer Lehrer an der Gregoriana, der Jesuit Arthur Vermeersch, die Aufmerksamkeit seines Schülers auf bestimmte moraltheologische Autoren der norditalienischen und spanischen Spätscholastik des 15. und 16. Jahrhunderts, bei denen sich erstmals der Ansatz einer neuzeitlichen Bedingungen genügenden Sozialethik findet. Höffner entdeckte, daß sich bei diesen Autoren jene Verbindung von theologisch-philosophischer Anthropologie und empirischer Beobachtung der humanen Wirklichkeit bzw. des menschlichen Sozialverhaltens findet, die für das neuzeitliche Wissenschaftsverständnis unverzichtbar wird. So kommen z. B. die norditalienischen Moraltheologen Bernardin von Siena (+ 1444) und Antonio von Florenz (+ 1459) aufgrund einer genauen Analyse der damaligen Geldwirtschaft zu einer Überwindung des pauschalen Zinsverbotes und einer ökonomisch wie ethisch gleichermaßen überzeugenden Kriteriologie der Erlaubtheit des Zinses. Die spanischen Scholastiker Dominikus Banez und Johannes de Lugo entwickeln aus einer genauen Beobachtung des Marktgeschehens eine Lehre des 'gerechten Preises', d. h. sie lehnen sowohl Monopole wie hoheitliche Preisfestsetzungen ab mit dem Ergebnis, daß unter bestimmten Bedingungen der 'Marktpreis' dem Postulat der Gerechtigkeit am nächsten kommt. Anders gesprochen:" (Roos 1999, S. 256 f.)

32

Diesen Theologen gelingt erstmals der Durchbruch von der reinen Tugendethik zur Idee des Ordnungsdenkens.17 S. 32 (Fußnote 17 führt nicht zum abgeschriebenen Original; Verschleierung.)

"Diesen Theologen gelingt erstmals der Durchbruch von der reinen Tugendethik zur Idee des Ordnungsdenkens." (Roos 1999, S. 257)

33

Gerade die Entdeckungen Höffners in Rom stießen auch bei Walter Eucken, dem Begründer der "Freiburger Schule" und wirtschaftswissenschaftlichen Lehrer Höffners, auf Aufmerksamkeit. Dies ist der biographische und wissenschaftsgeschichtliche Hintergrund, der zu Höffners Freiburger wirtschaftswissenschaftlicher Dissertation "Wirtschaftsethik und Monopole im 15. und 16. Jahrhundert" führt, ein Thema, das Höffner zeitlebens beschäftigt. Er widmet sich ihm noch in seinem vorletzten Eröffnungsreferat bei

33

der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, dessen "Schlüsselsatz" lautet: "Die Geschichte lehrt, dass Freiheit und Würde des Menschen weithin vom Ordnungssystem der Wirtschaft abhängen."18 Joseph Höffner entdeckte durch seine historisch-systematischen Untersuchungen eine geistige Verbindungslinie zwischen den frühen Ansätzen eines "Ordo-Denkens" in der Spätscholastik und der Ordnungstheorie des Freiburger Kreises um Walter Eucken.19 S. 32 f. (Die Fußnoten 18 und 19 führen nicht zum abgeschriebenen Original; vielmehr wurden deren Inhalte durch Wagner vom Original mit abgeschrieben.)

"Man kann sich gut vorstellen, daß gerade diese Entdeckung bei Walter Eucken, dem Begründer der 'Freiburger Schule' und wirtschaftswissenschaftlichen Lehrer Joseph Höffners, auf große Aufmerksamkeit stieß. Dies ist der biographische und wissenschaftsgeschichtliche Hintergrund, der zu Höffners Freiburger wirtschaftswissenschaftlicher Dissertation 'Wirtschaftsethik und Monopole im 15. und 16. Jahrhundert' führt, ein Thema, das Höffner zeitlebens beschäftigt. Er widmet sich ihm noch in seinem vorletzten 'Eröffnungsreferat' bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, dessen 'Schlüsselsatz' lautet: 'Die Geschichte lehrt, daß Freiheit und Würde des Menschen weithin vom Ordnungssystem der Wirtschaft abhängen.'2 [...] Joseph Höffner entdeckt durch seine historisch-systematischen Untersuchungen eine geistige Verbindungslinie zwischen den frühen Ansätzen eines 'Ordo-Denkens' in der Spätscholastik und der Ordnungstheorie des Freiburger Kreises um Walter Eucken." (Roos 1999, S. 257)

34

Eine weitere für den christlichen Sozialwissenschaftler Höffner wichtige Einsicht findet sich in seiner von Theodor Müncker betreuten Freiburger moraltheologischen Habilitationsschrift (1944): Er entdeckt bei der spanischen Spätscholastik, insbesondere bei Francisco de Vitoria (verstorben 1546), in deren Auseinandersetzung mit der spanischen Kolonialpolitik die Grundlagen der modernen Völkerrechtswissenschaft. S. 33

"Eine zweite für den 'christlichen Sozialwissenschaftler' Höffner wichtige Einsicht findet sich in seiner [...] Freiburger [...] Habilitationsschrift [...]: Er entdeckt bei der spanischen Spätscholastik, [...] in deren Auseinandersetzung mit der spanischen Kolonialpolitik die Grundlagen der modernen Völkerrechtswissenschaft." (Roos 1999, S. 257 f.)

35

Höffner kommt zu einer überraschenden Feststellung: "Die kolonialethischen Normen, die von den Scholastikern aus dem Naturrecht und aus dem Jus gentium abgeleitet worden sind, können der Kritik standhalten". Man wird dasselbe nicht in allen Stücken von den Grundsätzen behaupten können, die von der christlichen Offenbarung aus aufgestellt worden sind.

S. 33 f. (Zitat zum Teil falsch.)

"Höffner kommt zu der vielleicht überraschenden Feststellung: 'Die kolonialethischen Normen, die von den Scholastikern aus dem Naturrecht und aus dem Jus gentium abgeleitet worden sind, können der Kritik standhalten. Man wird dasselbe nicht in allen Stücken von Grundsätzen behaupten können, die von der christlichen Offenbarung aus aufgestellt worden sind.'" (Roos 1999, S. 258)

36

Damit entdeckt Höffner in der spanischen Spätscholastik des "Goldenen Zeitalters" ein wichtiges Zwischenglied zwischen der thomasischen Naturrechtsphilosophie und dem rationalistischen Naturrechtsverständnis der Aufklärung, wie dies sein ihm "nächster" Münsteraner Schüler und Lehrstuhlnachfolger Wilhelm Weber ausgedrückt hat.21 S. 34 (In Fußnote 21 einziger unzureichender Hinweis auf Roos; zusätzlich falsche Seitenzahl.)

"Damit entdeckt Höffner in der spanischen Spätscholastik des 'Goldenen Zeitalters' ein wichtiges 'Zwischenglied' zwischen der thomasischen Naturrechtsphilosophie und dem 'rationalistischen' Naturrechtsverständnis der Aufklärung, wie dies sein ihm 'nächster' Münsteraner Schüler und Lehrstuhlnachfolger Wilhelm Weber ausgedrückt hat." (Roos 1999, S. 258)

37

Wenig bekannt ist Höffners zweite theologische Dissertation, mit der er 1939 in Freiburg promoviert wurde. Sie enthält in ihren methodologischen Bemerkungen in fast verblüffender Weise jenes Verständnis des Kirche-Welt-Verhältnisses und der entsprechenden wissenschaftlichen Gestalt der katholischen Soziallehre, wie sie die Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils in das allgemeine Bewusstsein der Kirche gehoben hat. Höffner kommt dabei zu der Feststellung, dass die Gestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse an erster Stelle eine weltliche, nicht eine kirchliche Aufgabe ist. Soziologie ist keine angewandte Dogmatik. S. 34 f. (Zitat nicht klar gekennzeichnet.)

"Wenig bekannt [...] ist Höffners zweite theologische Dissertation [...], mit der er 1939 in Freiburg im Breisgau promoviert wurde. Sie enthält in ihren methodologischen Bemerkungen in fast verblüffender Weise jenes Verständnis des Kirche-Welt-Verhältnisses und der entsprechenden wissenschaftlichen Gestalt der Katholischen Soziallehre, wie sie die Pastoralkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils in das allgemeine Bewußtsein der Kirche gehoben hat. Höffner kommt dabei zu der Feststellung, 'daß die Gestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse an erster Stelle eine weltliche, nicht eine kirchliche Aufgabe ist. Soziologie ist keine angewandte Dogmatik'." (Roos 1999, S. 258)

38

Die Kirche Christi habe nicht die Sendung, in gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragen die Führung zu übernehmen, denn Staat, Gesellschaft und Wirtschaft seien in sich eigengesetzlich. Dies heiße nicht Ungebundenheit. Alle menschlichen Verhältnisse unterstehen dem Willen des durch die Menschennatur und durch die übernatürliche Offenbarung zu uns sprechenden Gottes.22 In einer Anmerkung wendet sich Höffner ausdrücklich gegen den "Irrtum" bestimmter katholischer Romantiker (Karl von Vogelsang, Anton Orel), die die mittelalterliche ständische Gesellschaftsordnung als spezifisch katholisch hingestellt hatten.23 Der Begriff "christliche" Gesellschaftsordnung wird immer in Anführungszeichen gesetzt. Höffner weist auf die Zeitgebundenheit gesellschaftlicher Strukturen hin und sieht ihre konkrete Gestaltung im Licht christlicher Überzeugung als eine Sache an, die nicht die kirchliche Hierarchie zu besorgen hätte, sondern die vom christlichen Geiste erfüllten Laien. So könnte dann eine Ordnung entstehen, die den christlichen Auffassungen über Menschenwürde, Ehe und Familie, Gerechtigkeit und Liebe, Freiheit und Kirche und dergleichen entsprechen würde. Höffner fügt jedoch sofort hinzu: "Auch wenn es eine solche – christliche – Ordnung gäbe, wäre sie nicht die einzig mögliche christliche Lösung". Anders geartete gesellschaftliche Strukturen ließen sich denken, die in gleicher Weise mit den Forderungen des Christentums im Einklang wären.24 Meistens wird die Kirche sogar in Sozialordnungen wirken müssen, die nur zum Teil oder überhaupt nicht vom christlichen Geiste gestaltet wurden. Ihnen gegenüber sei jedoch nicht Resignation angesagt, sondern eine sozialethische Mission der Kirche, die sich auf die geradezu umwälzende sozialethische Wirkung der Lehre von Wesen und Wert des Menschen stützte. Diese Mission der Kirche würde lahm gelegt, wenn man, wie etwa unter dem Einfluss der Philosophie Martin Heideggers, die Wesensbestimmung des Menschen für unmöglich erklärt. In seiner christlichen Gesellschaftslehre unterstreicht Höffner diese Aussage mit der Feststellung: "In der modernen Gesellschaft ist die Kirche nur soweit gegenwärtig und wirksam, als 'Das Zeugnis der Christen' reicht".25 S. 35 f. (Fußnoteninhalte durchweg vom Original mit abgeschrieben, keine Verweise auf dieses selbst.)

"Die Kirche Christi habe nicht die Sendung, 'in gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fragen die Führung zu übernehmen', denn Staat, Gesellschaft und Wirtschaft seien 'in sich eigengesetzlich'. Dies heiße 'freilich nicht Ungebundenheit. Alle menschlichen Verhältnisse unterstehen dem Willen des durch die Menschennatur und durch die übernatürliche Offenbarung zu uns sprechenden Gottes.' [...] In einer Anmerkung wendet sich Höffner ausdrücklich gegen den 'Irrtum' bestimmter katholischer Romantiker (Karl von Vogelsang, Anton Orel), die die mittelalterliche 'ständische' Gesellschaftsordnung als spezifisch 'katholisch' hingestellt hätten. [...] Der Begriff 'christliche' Gesellschaftsordnung wird immer in Anführungszeichen gesetzt. Höffner weist auf die 'Zeitgebundenheit gesellschaftlicher Strukturen' hin und sieht ihre konkrete Gestaltung im Licht christlicher Überzeugung als eine Sache an, die nicht die 'kirchliche Hierarchie' zu besorgen hätte, sondern die 'vom christlichen Geiste' erfüllten 'Laien'. So könnte dann 'eine Ordnung entstehen, die den christlichen Auffassungen über Menschenwürde, Ehe und Familie, Gerechtigkeit und Liebe, Freiheit der Kirche und dgl. entsprechen würde'. Höffner fügt jedoch sofort hinzu: 'Auch wenn es eine solche – christliche – Ordnung gäbe, wäre sie nicht die einzig mögliche christliche Lösung. Anders geartete gesellschaftliche Strukturen ließen sich denken, die in gleicher Weise mit den Forderungen des Christentums im Einklang wären'. [...] 'Meistens' wird die Kirche sogar in Sozialordnungen wirken müssen, 'die nur zum Teil oder überhaupt nicht vom christlichen Geiste gestaltet wurden'. Ihnen gegenüber sei jedoch nicht 'Resignation' angesagt, sondern eine 'sozialethische Mission der Kirche', die sich auf 'die geradezu umwälzende sozialethische Wirkung der Lehre von Wesen und Wert des Menschen' [...] stütze. Diese Mission der Kirche würde 'lahmgelegt', wenn man entweder, wie etwa 'unter dem Einfluß der Philosophie Martin Heideggers [...] die Wesensbestimmung des Menschen für unmöglich erklärt' [...]. [...] In seiner 'Christlichen Gesellschaftslehre' unterstreicht Höffner diese Aussage mit der Feststellung: 'In der modernen Gesellschaft ist die Kirche nur soweit gegenwärtig und wirksam, als 'das Zeugnis der Christen' reicht' [...]." (Roos 1999, S. 258 f.; bei Wagner zahlreiche Zitate von Roos nicht gekennzeichnet.)

39

Fehlt dieses Zeugnis, so wird die Kirche den geistigen Raum der Gesellschaft nicht mehr füllen. Fehlende Glaubenssubstanz kann durch staatliche Privilegien nicht subsidiär ersetzt werden. S. 36

"'Fehlt dieses Zeugnis, so wird die Kirche den geistigen Raum der Gesellschaft nicht mehr füllen [...]. Fehlende Glaubenssubstanz kann durch staatliche Privilegien nicht subsidiär ersetzt werden' [...]." (Roos 1999, S. 259)

Mit diesen Hinweisen wird deutlich, dass die Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Kirche-Welt-Verhältnis und die entsprechende Gestalt der kirchlichen Sozialverkündigung keineswegs vom Himmel gefallen sind, sondern von Höffner und anderen (zu erwähnen sind auch Gustav Gundlach, Johannes Messner und Oswald von Nell-Breuning) in erheblichen Ausmaß "vorgedacht" waren. Ebenso wird in der Freiburger theologischen Dissertation Höffners sein ausgeprägt soziologisches Interesse sichtbar, das er später als Professor und Bischof weiter entfaltet und vielfach angewandt hat. In einer gesellschaftlich für die Kirche und ihre Seelsorge zunehmend schwieriger werdenden Situation entwickelte Höffner immer stärker die Fähigkeit, durch genaue soziologische Analysen pauschale Urteile zu vermeiden und sowohl Hindernisse wie Chancen der kirchlichen Pastoral- und Sozialverkündigung differenziert herauszuarbeiten.



40

S. 37

"Mit diesen Hinweisen wird deutlich, daß die Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Kirche-Welt-Verhältnis und die entsprechende Gestalt der kirchlichen Sozialverkündigung keineswegs 'vom Himmel gefallen' sind, sondern von Höffner und anderen (zu erwähnen sind hier auch Gustav Gundlach und Johannes Messner) in erheblichen Ausmaß 'vorgedacht' waren. Ebenso wird in der Freiburger theologischen Dissertation Höffners sein ausgeprägt soziologisches Interesse sichtbar, das er später als Professor und Bischof weiter entfaltet und vielfach angewandt hat. In einer gesellschaftlich für die Kirche und ihre Seelsorge zunehmend schwieriger werdenden Situation entwickelte Höffner immer stärker die Fähigkeit, durch genaue soziologische Analysen pauschale Urteile zu vermeiden und sowohl Hindernisse wie Chancen der kirchlichen Pastoral- und Sozialverkündigung differenziert herauszuarbeiten." (Roos 1999, S. 259 f.)

41

Die christliche Gesellschaftslehre ist hinsichtlich ihrer Art und ihres Erfolges einzigartig. In zwanzig Jahren wurde dieses Werk bis 1983 in acht zum Teil erweiterten Auflagen verlegt. Es erschienen Übersetzungen. 1964 in Englisch und Spanisch, 1967 in Japanisch, 1970 in Portugiesisch und 1979 in Italienisch und Koreanisch. [...] Von dieser Neuauflage wurde bereits eine neue spanische, koreanische, polnische und russische Übersetzung vorbereitet.26 S. 37 f. (Fußnote 26 führt nicht zum abgeschriebenen Original, sondern schreibt einen Fußnoteninhalt des Originals mit ab.)

'"Es ist in seiner Art und auch hinsichtlich seines Erfolgs einzigartig. In gut zwanzig Jahren erlebte es bis 1983 acht z. T. erweiterte Auflagen und sechs fremdsprachliche Übersetzungen (1964 Englisch und Spanisch; 1967 Japanisch; 1970 Portugiesisch; 1979 Italienisch und Koreanisch). [...] eine neue spanische ist in Arbeit, eine koreanische, polnische und russische in Vorbereitung. "(Roos 1999, S. 264)'

Joseph Höffner war überzeugt, dass die gesellschaftliche Mitverantwortung der Kirche nur auf dem Fundament des christlichen Menschenbildes und der klassischen, auf deutschem Boden bereits von Bischof Ketteler grundgelegten, von Papst Leo XIII. weltkirchlich initiierten und später weiterentwickelten Soziallehre der Kirche wahrgenommen werden könne. Theologisch-ethische Systematik, sozialhistorische Zusammenhänge und empirische Analyse miteinander ins Spiel bringend, entfaltet Höffner die Soziallehre der Kirche in seinem Lehrbuch sowohl in ihren geistigen Grundlagen wie in ihrer praktischen Relevanz. Dabei wird

42

'die mittelalterliche Tradition der kirchlichen Soziallehren, wie sie erstmals bei Thomas von Aquin oder der spanischen Spätscholastik aufleuchten, aus eigenen Quellenstudien heraus ebenso kenntnisreich verarbeitet wie die mit "Rerum Novarum" beginnende moderne Tradition der kirchlichen Sozialverkündung. Wer wissen will, was die Kirche in diesem Bereich lehrt und vertritt, der steht bei Höffner immer auf sicherem Grund. Das Zweite Vatikanische Konzil beschäftigte sich in „Gaudium et Spes“ mit Themen aus der Soziallehre der Kirche, insgesamt aber hatte das Konzil andere Probleme zu bewältigen. S. 38 f.

"Joseph Höffner war zutiefst davon überzeugt, daß die gesellschaftliche Mitverantwortung der Kirche nur auf dem Fundament des christlichen Menschenbildes und der klassischen, auf deutschem Boden bereits von Bischof Ketteler grundgelegten, von Leo XIII. weltkirchlich initiierten und später [...] weiterentwickelten Soziallehre der Kirche wahrgenommen werden könne. Theologisch-ethische Systematik, sozialhistorische Zusammenhänge und empirische Analyse miteinander ins Spiel bringend, entfaltet Höffner die Soziallehre der Kirche in seinem Lehrbuch sowohl in ihren geistigen Grundlagen wie in ihrer praktischen Relevanz. Dabei wird die mittelalterliche Tradition der kirchlichen Soziallehren, wie sie erstmals bei Thomas von Aquin oder der spanischen Spätscholastik aufleuchten, aus eigenen Quellenstudien heraus ebenso kenntnisreich verarbeitet wie die mit 'Rerum Novarum' [...] beginnende moderne Tradition der kirchlichen Sozialverkündung. Wer wissen will, was die Kirche in diesem Bereich lehrt und vertritt, der steht bei Höffner immer auf sicherem Grund. [...]

'Das Zweite Vatikanische Konzil beschäftigte sich zwar in 'Gaudium et spes' durchaus mit Themen aus der Soziallehre der Kirche, insgesamt aber hatte das Konzil andere Probleme zu bewältigen." (Roos 1999, S. 264 f.)'

Das in der Dissertation folgende Kapitel über "'Sozialpolitik im deutschen Bergbau'"(S. 39 ff.)ist nahezu wörtlich aus gleichnamigem Buch abgeschrieben. Keine Zitation von wörtlich übernommenen Stellen, Belege durchweg unzureichend. Auf eine Wort-für-Wort-Dokumentation wurde aus Platzgründen verzichtet (Nachweise sind sogar mit der Snippet-Ansicht von Google Buchsuche möglich).

Analoge Vorgangsweise im Kapitel über "'Industrielle Revolution und religiöse Krise'" (S. 45 ff.). Wenn Wagner Publikationen von Höffner bespricht, schreibt er schlichtweg von ihnen ab. Auf eine Wort-für-Wort-Dokumentation wurde aus Platzgründen verzichtet (Nachweise sind auch hier mit der Snippet-Ansicht von Google Buchsuche möglich).

43

[...] Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit, in der auf geistigen und sittlichen Werten aufbauenden Volksbildung sowie in einer hoch stehenden Kultur und Wissenschaft [...] S. 49

"[...] Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit, eine auf sittlichen Werten aufbauende Volksbildung, eine hochstehende Kultur und Wissenschaft [...]". (Webquelle, siehe hier S. 39)

44

Erzbischof Antonin von Florenz der 1389 bis 1459 gelebt hat, vertrat die Ansicht, dass es zwei Völker gibt, das römische und die Ungläubigen. S. 50 (Joseph Höffner wird im selben Absatz von Wagner "Joseph Hoffmann" genannt.)

"Der Florentiner Erzbischof Antonin (1389–1459) [...] schrieb einmal, es gebe auf Erden eigentlich nur zwei Völker: das Römische und die Ungläubigen." (Höffner 1947, S. 15)

45

Die Judenfrage selbst ist so alt wie der Orbis christianus. Von Anfang an sah das christliche Abendland in den Söhnen des ehemals auserwählten Volkes geheimnisvolle "Fremdlinge", die als ewiges Gottesgericht unter den Gläubigen lebten. "Hierin liegt die bittere Tragik dieses leidgeprüften Volkes begründet, das einen dornenvollen Kreuzweg durch das Mittelalter gehen musste"40. Der Antisemitismus des Orbis christianus war also nicht so sehr rassisch, als vielmehr ursprünglich religiös bedingt. S. 51 (Fußnote 40 führt zum abgeschriebenen Original, auf Grund der Einstreuung in den rundherum mit abgeschriebenen Fließtext Bauernopfer-Referenz.)

"Die Judenfrage ist so alt wie der Orbis christianus. Von Anfang an sah das christliche Abendland in den unsteten Söhnen des ehemals auserwählten Volkes geheimnisvolle 'Fremdlinge', die als ein ewiges Gottesgericht unter den Gläubigen lebten. Hierin liegt die bittere Tragik dieses leidgeprüften Volkes begründet, das einen dornenvollen Kreuzweg durch das Mittelalter gehen mußte. Der 'Antisemitismus' des Orbis christianus war also nicht so sehr rassisch, als vielmehr ursprünglich religiös bedingt." (Höffner 1947, S. 44 f.)

Im christlichen Mittelalter waren Heidentum und Barbarentum eins. Wenn auch im Mittelalter zwischen feindseligen und wohlgesinnten Heidenvölkern unterschieden wurde, waren die Begriffe Heide und Krieg oft im Zusammenhang eingesetzt worden. Der Kampf fand meist mit Ostvölkern statt. Mit den Preußen, Slawen, Magyaren, Sarazenen, Mauren und Türken. "Diesen Völkern machte der Koran den 'Heiligen Krieg' gegen die Christen zur kollektiven Pflicht".41 Ziel

46

jedes Krieges ist die Besiegung und Wehrlosmachung des Feindes. Wenn Höffner die Quellen und Voraussetzungen der spanischen Kolonialethik des 16. Jahrhunderts aufzeigt, ist vor allem noch die Frage von Bedeutung, wie der Orbus christianus mit den unterworfenen Ungläubigen zu verfahren pflegte. Zur Zeit der Hochscholastik trat neben die Kirchenväter noch eine andere Autorität erster Ordnung: Aristoteles. S. 52 (Fußnote 41 führt erneut zum abgeschriebenen Original, auf Grund der Einstreuung in den rundherum mit abgeschriebenen Fließtext neuerlich Bauernopfer-Referenz; Zitat zusätzlich nicht korrekt wiedergegeben.)

"Dem christlichen Mittelalter war Heidentum und Barbarentum ein und dasselbe. [...]

Wenn auch das Mittelalter sehr wohl zwischen feindseligen und wohlgesinnten Heidenvölkern zu unterscheiden wußte, so waren [...] 'Heide' und 'Krieg' sehr nahe beieinander stehende Begriffe. Vor allem mit den Grenzvölkern stand man fast stets im Kampf, mochten es nun im Osten die Preußen, Slaven und Magyaren sein oder im Mittelmeergebiet die gefährlichen Sarazenen, Mauren und Türken, denen der Koran den 'Heiligen Krieg' gegen die Christen zur kollektiven Pflicht gemacht hatte. [...]

Ziel jeden Krieges ist die Besiegung und Wehrlosmachung des Feindes. Wenn wir die Quellen und Voraussetzungen der spanischen Kolonialethik des 16. Jahrhunderts aufzeigen wollen, ist vor allem noch die Frage von Bedeutung, wie der Orbus christianus mit den unterworfenen Ungläubigen zu verfahren pflegte. [...]

Zur Zeit der Hochscholastik trat neben die Kirchenväter noch eine andere Autorität erster Ordnung: Aristoteles."

(Höffner 1947, S. 47, 52, 60 und 63 – Wagners Fließtext reiht bloß Höffner aneinander, und zwar immer die ersten Sätze eines Unterkapitels.)

47

Als für Spanien das "Goldene Zeitalter" anbrach, war der Verfall des Orbis christianus schon weit fortgeschritten. Eine einheitliche Führung des Abendlandes bestand nicht mehr. Deutschland und Italien, denen Kaiser und Papst entstammten, büßten mehr und mehr ihre führende Stellung ein. Das Schwergewicht Europas verlagerte sich nach dem Westen.43 S. 53

"Als für Spanien das Goldene Zeitalter anbrach, war der Verfall des Orbis christianus schon weit fortgeschritten. Eine einheitliche Führung des Abendlandes bestand nicht mehr. Deutschland und Italien, denen Kaiser und Papst entstammten, büßten mehr und mehr ihre führende Stellung ein. Das Schwergewicht Europas verlagerte sich nach dem Westen." (Höffner 1947, S. 69)

Zusammenfassend stellt Höffner fest, dass die spanische Kolonialethik des goldenen Zeitalters wesentlich von der

48

Scholastik geprägt wurde. Fast alle Kolonialethiker waren selbst Scholastiker. Auf dem Naturrecht war die Lehre vom Staat aufgebaut. Der Staat selbst, auch der heidnische, ist naturgegeben und gottgewollt. S. 58

"Die spanische Kolonialethik des Goldenen Zeitalters ist von wesentlich scholastischer Prägung. Nicht bloß in dem Sinne, daß fast alle Kolonialethiker Scholastiker gewesen sind. [...]

Auf dem Naturrecht baute sich die Lehre vom Staat auf. Der Staat, auch der heidnische, ist naturgegeben und deshalb gottgewollt." (Höffner 1947, S. 299)

49

Der größte praktische Erfolg der Kolonialethik ist die soziale Gesetzgebung gewesen. Im 16. Jahrhundert wurden für die Eingeborenen Amerikas Schutzmaßnahmen getroffen, wie sie im Abendland erst im 19. Jahrhundert durchgeführt worden war. S. 59

"Wohl der größte praktische Erfolg dieser kolonialethischen Erörterungen ist die soziale Gesetzgebung gewesen, die im 16. Jahrhundert für die Eingeborenen Amerikas Schutzmaßnahmen getroffen hat, wie sie im Abendland erst im 19. Jahrhundert durchgeführt worden sind." (Höffner 1972, S. 414)

Das in der Dissertation folgende Kapitel über "'Wirtschaftsethik und Monopole'"(S. 59 ff.)ist erneut nahezu wörtlich aus gleichnamigem Buch abgeschrieben. Keine Zitation von wörtlich übernommenen Stellen, Belege durchweg unzureichend. Auf eine Wort-für-Wort-Dokumentation wurde aus Platzgründen verzichtet (Nachweise sind sogar mit der Snippet-Ansicht von Google Buchsuche möglich). Nur zwei Beispiele im Folgenden.

50

Im ersten, dem wirtschaftsgeschichtlichen Teil, werden die Wurzeln des damaligen Monopolstrebens freigelegt und ein Überblick über die Bedeutung und den Umfang der tatsächlich durchgeführten Monopole gegeben. S. 59

"Im ersten – wirtschaftsgeschichtlichen – Teile werden wir die Wurzeln des damaligen Monopolstrebens freizulegen versuchen und zugleich einen Überblick über Bedeutung und Umfang der tatsächlich durchgeführten Monopole geben."(S. 8; Quelle: Google Buchsuche)

51

Das Wort Monopol ist seit über zwei Jahrtausenden im Abendland bekannt. Aristoteles gebrauchte es als erster. S. 60

"Das Wort 'Monopol' ist schon seit über zwei Jahrtausenden im Abendland bekannt. Soviel ich sehe, gebraucht es Aristoteles als erster." (S. 8; Quelle: Google Buchsuche)

52

Diese Aussagen Papst Pauls VI. gehören zweifellos zu den mutigsten und bedeutendsten, die in der gesamten Geschichte der päpstlichen Rundschreiben zur sozialen Frage bisher ausgesprochen wurden. S. 76

'"Diese Aussagen Papst Pauls VI. gehören zweifellos zu den mutigsten und bedeutendsten, die in der gesamten Geschichte der päpstlichen Rundschreiben zur Sozialen Frage bisher ausgesprochen wurden." (Kleinhappl 1993, S. 287)

53

Dieser ungehemmte Liberalismus führte zu jener Diktatur, die Pius XI. mit Recht als die Ursache des 'internationalen Kapitalismus der Hochfinanz' brandmarkte. Man kann diesen Missbrauch nicht scharf genug verurteilen. Noch einmal sei feierlich daran erinnert, dass die Wirtschaft im Dienst des Menschen steht. S. 76 (Zitat aus "Populorum progressio" im Plagiat mit verschwiegen.)

"'Dieser ungehemmte Liberalismus führte zu jener Diktatur, die Pius XI. mit Recht als die Ursache des 'internationalen Kapitalismus der Hochfinanz' brandmarkte. Man kann diesen Mißbrauch nicht scharf genug verurteilen. Noch einmal sei feierlich daran erinnert, daß die Wirtschaft im Dienst des Menschen steht.'" (Kleinhappl 1993, S. 287)

54

Die Anerkennung der Menschenwürde setzt nicht Gleichmacherei, sondern Gleichwertigkeit voraus. Deshalb sollen vorgesetzte statt von oben herab ihre Arbeiter und Arbeiterinnen edel und gerecht behandeln. Zweckfreie Menschenführung ist weder Sentimentalität noch Schwäche, sondern setzt vielmehr das Bekenntnis zur Autorität voraus. Dies würde nicht besagen, dass der Arbeiter als bloßer Untertan zu betrachten sei, dazu bestimmt, stummer Befehlsempfänger zu sein, ohne das Recht, eigene Wünsche und Erfahrungen anzubringen (MM 92). Ein Arbeiter soll nicht bloß physisch wegen seines Arbeitslohnes anwesend sein, sondern entscheidend ist seine reale also personale Präsenz. Daher ist das Unternehmen zu einer echten menschlichen Gemeinschaft zu machen (MM 91), was Zusammenarbeit, Achtung voreinander und Wohlwollen voraussetzt (MM 92).87 S. 77 f. (Wagner ignoriert im Abgeschriebenen zudem mehrfach die Kennzeichnung der Zitate.)

"Die Anerkennung der Menschenwürde setzt nicht Gleichmacherei, sondern Gleichwertigkeit voraus. Der Vorgesetzte wird deshalb seine Mitarbeiter nicht [...] von oben herab behandeln, sondern edel und gerecht zu allen sein. [...]

Zweckfreie Menschenführung ist weder Sentimentalität noch Schwäche, sondern setzt vielmehr das Bekenntnis zur Autorität voraus. Das besagt nicht, daß der Arbeiter als 'bloßer Untertan' zu betrachten sei, 'dazu bestimmt, stummer Befehlsempfänger zu sein, ohne das Recht, eigene Wünsche und Erfahrungen anzubringen' (MM 92). [...]

Der Arbeiter soll nicht bloß physisch – als auf den Leistungslohn ausgerichtete Arbeitskraft – [...] anwesend sein; entscheidend ist vielmehr seine personale Präsenz. Es gilt deshalb, 'das Unternehmen zu einer echten menschlichen Gemeinschaft zu machen' (MM 91), was 'Zusammenarbeit, Achtung voreinander und Wohlwollen' voraussetzt (MM 92)." (Höffner 1997, S. 168 f.)

55

Je breiter das Eigentum gestreut wird, desto mehr werden die Funktionskrisen des Eigentums in der modernen Gesellschaft überwunden und gemildert werden können. Die Selbstverantwortung wird gestärkt und der Trend zum Versorgungsstaat gehemmt werden. S. 79

"Je breiter das Eigentum gestreut wird, desto mehr werden die Funktionskrisen des Eigentums in der modernen Gesellschaft überwunden oder gemildert werden können. Die Selbstverantwortung wird gestärkt und der Trend zum Versorgungsstaat gehemmt werden." (Webquelle, siehe hier S. 39)

56

Die wirtschaftliche Entwicklungshilfe sollte nicht mit der Errichtung von Prestige-Großbetrieben beginnen, sondern bei der Förderung arbeitsintensiver Maßnahmen im Bereich der Substrukturen ansetzen. Darunter versteht Höffner den Bau von Straßen, Brücken, Eisenbahnen und Wasserleitungen. S. 80

"Die wirtschaftliche Entwicklungshilfe sollte nicht mit der Errichtung von Prestige-Großbetrieben beginnen, sondern bei der Förderung arbeitsintensiver Maßnahmen im Bereich der Substrukturen ansetzen: Bau von Straßen, Brücken, Eisenbahnen, Wasserleitungen [...]." (Höffner 1986, S. 47 f.)

57

Arbeiter können dank dieser Entwicklung an der Leitung und Produktivitätskontrolle der Unternehmen teilnehmen und Einfluss auf die Arbeits- und Lohnbedingungen sowie auf die Sozialgesetzgebung ausüben. S. 92

"Nicht selten können die Arbeiter an der Leitung und an der Produktivitätskontrolle der Unternehmen teilnehmen [...]. Mit der Hilfe entsprechender Verbände nehmen sie auf die Arbeits- und Lohnbedingungen sowie auf die Sozialgesetzgebung Einfluß." (Webquelle, siehe hier S. 39)

58

Durch die zunehmende Abhängigkeit aller Völker voneinander entsteht die Gefahr, dass die weiterhin fundamentale Bedeutung des einzelstaatlichen Gemeinwohls übersehen wird. Die Menschheit als Rechtsgemeinschaft setzt kulturell geprägte und politisch verfasste Staatsvölker voraus, nicht bloße Ansammlungen von Menschen. S. 94

"Die zunehmende Abhängigkeit aller Völker voneinander darf freilich nicht die weiterhin fundamentale Bedeutung des nationalen Gemeinwohls übersehen. [...] Völkergemeinschaft setzt aus dieser Sicht also immer kulturell geprägte und politisch verfasste Völker, nicht bloße Ansammlungen von Menschen ('Bevölkerungen') voraus." (Webquelle, siehe hier S. 39)

59

Die Kirche befürwortet wahre Demokratie und missbilligt Systeme, bei der geschlossene Führungseliten aus Sonderinteressen oder ideologischen Absichten die Staatsmacht an sich reißen. S. 100

"Die Kirche kann daher die Bildung geschlossener Führungseliten, die aus Sonderinteressen oder aus ideologischen Absichten die Staatsmacht an sich reißen, nicht billigen." (Webquelle, siehe hier S. 39)

60

Joseph Höffner war auf der Suche nach dem Verhältnis der christlichen Gesellschaftslehre zur gesamten Sozialwissenschaft. Sowohl innerhalb der allgemeinen wie auch der besonderen Sozialwissenschaft unterschied er zwischen einem seinswissenschaftlichen und einem normativen Zweig. Zum seinswissenschaftlichen Zweig der allgemeinen Sozialwissenschaft rechnete er die allgemeine Soziologie, die Sozialgeschichte, die Sozialbiologie bzw. Bevölkerungswissenschaft, die Sozialpsychologie sowie die Sozialmetaphysik, zum normativen Zweig die Sozialethik, die Sozialpädgogik [sic! – Anm. S.W.]

60

und die Politische Wissenschaft. Höffner hat in seinem Verständnis von christlicher Gesellschaftslehre, also Soziallehre, seinswissenschaftliche Disziplinen wie Soziologie, insbesondere Religions- und Kirchensoziologie sowie Sozialmetaphysik, und normative Disziplinen (Sozial-, Wirtschafts-, Arbeits- und Berufsethik und -pädagogik sowie Sozialpolitik) miteinander verknüpft. Christliche Soziallehre war für ihn "keine Einzeldisziplin, sondern ein System mehrerer einander zugeordneter wissenschaftlicher Fächer".119 S. 101 f. (Fußnote 119 verweist nicht auf die Quelle des Plagiats, sondern zitiert Höffner, der an dieser Stelle auch in der Quelle des Plagiats zitiert wird.)

"Er fragte nach dem Verhältnis der Christlichen Gesellschaftslehre zur gesamten Sozialwissenschaft [...]. Sowohl innerhalb der allgemeinen wie der besonderen Sozialwissenschaft unterschied er zwischen einem seinswissenschaftlichen und einem normativen Zweig. Zum seinswissenschaftlichen Zweig der allgemeinen Sozialwissenschaft rechnete er die allgemeine Soziologie, die Sozialgeschichte, die Sozialbiologie bzw. Bevölkerungswissenschaft, die Sozialpsychologie sowie die Sozialmetaphysik, zum normativen Zweig die Sozialethik, die Sozialpädagogik und die Politische Wissenschaft. [...]

Höffner hat in seinem Verständnis von Christlicher Gesellschaftslehre (Soziallehre) seinswissenschaftliche Disziplinen wie Soziologie, insbesondere Religions- und Kirchensoziologie sowie Sozialmetaphysik, und normative Disziplinen (Sozial-, Wirtschafts-, Arbeits- und Berufsethik und -pädagogik sowie Sozialpolitik) miteinander verknüpft. Christliche Soziallehre war für ihn 'keine Einzeldisziplin, sondern ein System mehrerer, einander zugeordneter wissenschaftlicher Fächer'." (Hermanns 1999, S. 309 ff.; das direkte Zitat von Höffner hat Wagner mit abgeschrieben.)

61

Sie anerkennt die Eigenständigkeit der angeführten Sachbereiche und integriert die Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Forschung in sozialphilosophische und theologische Erkenntnisse. S. 102

"Die relative Eigenständigkeit der Sachbereiche [...] anerkennend integriere sie die Ergebnisse sozialwissenschaftlicher Forschung in sozialphilosophische und theologische Erkenntnisse." (Spieker 1999, S. 43)

62

In der theoretischen Grundlegung standen sozialphilosophische Orientierungen im Vordergrund, ergänzt durch sozialtheologische Überlegungen. Die katholische Soziallehre sei durch die Entfaltung spezifisch theologischer Kategorien über das Naturrecht hinaus zu

62

entwickeln.120 Die Sozialtheologie [...] erfährt Impulse durch die Lehre von der Schöpfung, von der Erlösung durch Jesus Christus und durch die soziale Auswirkung der Sünde in geschichtstheologischer Perspektive. S. 102 (Fußnote 120 in diesem Textsegment verweist erneut nicht auf die Quelle des Plagiats, sondern zitiert Höffner, der an dieser Stelle auch in der Quelle des Plagiats zitiert wird.)

"In der theoretischen Grundlegung standen sozialphilosophische Orientierungen im Vordergrund, ergänzt durch sozialtheologische Überlegungen. Die katholische Soziallehre sei 'durch die Entfaltung spezifisch theologischer Kategorien über das Naturrecht hinaus zu entwickeln'.20 Die Sozialtheologie [...] erfahre Impulse durch die Lehre von der Schöpfung, von der Erlösung durch Jesus Christus wie auch durch die soziale Auswirkung der Sünde in geschichtstheologischer Perspektive." (Hermanns 1999, S. 311 f.; Zitat samt Fußnote wurde von Wagner mit abgeschrieben.)

63

Zudem fällt der christlichen Gesellschaftslehre, wenn man sie als Sozialtheologie versteht, die Aufgabe zu, vor jedem Sozial-Utopismus zu warnen.121 S. 103 (Erneut Fußnoteninhalt aus dem Original mit abgeschrieben.)

"Zudem falle der Christlichen Gesellschaftslehre – als Sozialtheologie verstanden – die Aufgabe zu, 'vor jedem Sozial-Utopismus zu warnen'.21" (Hermanns 1999, S. 312; direktes Zitat im Plagiat von Wagner ignoriert.)

Im folgenden Unterabschnitt "Die Methoden seiner Gesellschaftslehre" (S. 103 f.) wurden Gliederung, Fließtext und Fußnotentexte aus dem Original von Höffner abgeschrieben.

Vgl. Höffner 1997, S. 23 ff., § 2 Methode der Christlichen Gesellschaftslehre

64

A) Höffners christliche Gesellschaftslehre umfasst seinwissenschaftliche und normative Disziplinen. Ihre Methoden sind philosophische122, aber auch sozialtheologische123. Die christliche Gesellschaftslehre geht davon aus, dass die Grundsätze des Naturrechts und die Offenbahrungswahrheiten, wie zwei keineswegs entgegengesetzte, sondern gleichgerichtete Wasserläufe, beide ihre gemeinsame Quelle in Gott haben.124 S. 103 (Fußnote 124 verweist nicht zum Original, sondern wurde von diesem mit abgeschrieben.)

"1. Die Christliche Gesellschaftslehre umfaßt sowohl seinwissenschaftliche als auch normative Disziplinen, wobei sie sich sozialphilosophischer und sozialtheologischer Methoden bedient. [...] Im übrigen geht die Christliche Gesellschaftslehre geht davon aus, daß die 'Grundsätze des Naturrechts und die Offenbahrungswahrheiten, wie zwei keineswegs entgegengesetzte, sondern gleichgerichtete Wasserläufe, beide ihre gemeinsame Quelle in Gott'3 haben [...]." (Höffner 1997, S. 23, Fußnote 3 zu Papst Pius bei Wagner in Fußnote 124 mit abgeschrieben.)

65

B) Die christliche Soziallehre ist durch die Entfaltung spezifisch theologischer Kategorien über das Naturrecht hinaus zu entwickeln. So untersucht sie zum Beispiel die Verbundenheit und Solidarität aller Menschen. S. 103

'"2. [...] Es gilt deshalb, die Christliche Soziallehre durch die Entfaltung spezifisch theologischer Kategorien über das Naturrecht hinaus zu entwickeln. So ist z. B. die soziale Bedeutung der wurzelhaften Verbundenheit und Solidarität aller Menschen näher zu untersuchen [...]." (Höffner 1997, S. 24)

66

C) Eine weitere Aufgabe der christlichen Sozialphilosophie von Höffner ist die Warnung vor jedem Sozialutopismus. Vor dem jüngsten Tag wird es kein Paradies geben (besonders nicht das von Sektierern verheißene) und auch keinen Zustand christlicher Vollendung. S. 104 (Der erste Satz ist eine Wiederholung eines bereits einmal abgeschriebenen Textsegments.)

"3. Schließlich fällt der Christlichen Gesellschaftslehre [...] die wichtige Aufgabe zu, vor jedem Sozialutopismus zu warnen. [...] Immer wieder erhoben sich Sektierer und verhießen ein irdisches Paradies. Die Christliche Gesellschaftslehre weiß, daß es vor dem Jüngsten Tag kein Paradies geben wird." (Höffner 1997, S. 25)

67

D) Obwohl die christliche Gesellschaftslehre die sozialmetaphysischen, sozialethischen und sozialtheologischen Grundlagen erforscht, ist sie stets darauf bedacht die "Zeichen der Zeit" nach Matthäus 16,3 zu verstehen. Deshalb wertet sie auch die Ergebnisse der empirisch-systematischen Soziologie, der Sozialgeschichte, der Sozialpsychologie und der Bevölkerungswissenschaft aus um nicht gegenwartsfremd und abstrakt zu werden. S. 104

"4. Wenn es auch die vornehmste Aufgabe der Christlichen Gesellschaftslehre ist, die sozialmetaphysischen, sozialethischen und sozialtheologischen Grundlagen zu erforschen, wird sie doch stets darauf bedacht sein müssen, die "Zeichen der Zeit" (Mt 16,3) zu verstehen. Sonst gerät sie in die Gefahr, einer gegenwartsfremden, wenn auch noch so grundsatztreuen Abstraktion zu verfallen. Daraus folgt, daß die Christliche Gesellschaftslehre die gesicherten Ergebnisse der empirisch-systematischen Soziologie, der Sozialgeschichte, der Sozialpsychologie, der Bevölkerungswissenschaft usw. sorgfältig beachten und auswerten muss [...]." (Höffner 1997, S. 27)

68

E) Gottgesetzte Werte und Ordnungen werden dem gegenwärtigen Zeitalter verbunden und erörtert.125 S. 104 (Hier einzige Fußnote zu Höffner)

"5. [...] Darstellung der gottgesetzten unwandelbaren Werte und Ordnungen mit der Analyse der Verhältnisse des gegenwärtigen Zeitalters verbunden [...]." (Höffner 1997, S. 28)

Der folgende Unterabschnitt "Theologische Erheblichkeit" (S. 105 ff.) erweckt den Eindruck einer Zusammenfassung Höffners in eigenen Worten von Wagner, ist jedoch erneut weitgehend wörtlich von Höffner abgeschrieben. '''''Die darauf folgende Interpretation stammt ebenfalls nicht aus der Feder Wagners, sondern von Manfred Spieker. Siehe im Folgenden.

Vgl. Höffner 1997, S. 20 f., § 1 Anliegen und Begriff der Christlichen Gesellschaftslehre

69

'Höffner beschreibt in seiner Gesellschaftslehre fünf Elemente, warum seine Gesellschaftslehre über theologische Erheblichkeit verfügt126: S. 105 (Fußnote führt zwar zu Höffner, aber im Folgenden kein weiterer Beleg trotz wörtlicher Übernahmen.)

"Die theologische Erheblichkeit der Christlichen Gesellschaftslehre ergibt sich aus fünf Erwägungen:" (Höffner 1997, S. 20)

70

1. Der Mensch sei das Ebenbild Gottes, durch Christi Blut erlöst und zur ewigen Gemeinschaft mit Gott berufen. Er darf nicht zum Gegenstand und Mittel staatlicher, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Prozesse erniedrigt werden. Denn die Ordnung der Dinge muss der Ordnung der Personen dienstbar werden und nicht umgekehrt (GS26). S. 105

"a) Der Mensch ist Ebenbild Gottes, durch Christi Blut erlöst und zur ewigen Gemeinschaft mit Gott berufen. Er darf nicht zum Gegenstand und Mittel staatlicher, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Prozesse erniedrigt werden. Denn die 'Ordnung der Dinge muß der Ordnung der Personen dienstbar werden und nicht umgekehrt' (GS 26)." (Höffner 1997, S. 20; direktes Zitat von Wagner igoriert.)

71

2. Christus erlöste den ganzen Menschen, nicht nur die Einzelseele. S. 105

"b) Christus hat den ganzen Menschen [...] erlöst." (Höffner 1997, S. 21)

72

3. Auch nach dem Sündenfall gibt es eine gottgewollte Ordnung des gesellschaftlichen Zusammenlebens.127 S. 105 (Fußnote 125 führt nicht zum Original, sondern schreibt einen weiteren Satz des Originals als Fußnote mit ab.)

"c) [...] auch nach dem Sündenfall [...] gottgewollte Ordnung des gesellschaftlichen Zusammenlebens gibt." (Höffner 1997, S. 21)

4. Den gesellschaftlichen Verhältnissen kommt eine Bedeutung zu. Elendszustände in

73

Entwicklungsländern rufen nach Abhilfe durch gesellschaftliche Neuordnung nach den Grundsätzen der christlichen Soziallehre. S. 106

"d) [...] kommt den gesellschaftlichen Verhältnissen [...] eine erschütternde Bedeutung zu [...]. [...] z. B. die Elendszustände in manchen Entwicklungsländern, sind Ärgernisse, die nach Abhilfe rufen [...]. [...] sondern auch der gesellschaftlichen Neuordnung nach den Grundsätzen der Christlichen Soziallehre." (Höffner 1997, S. 21)

74

5. Die christliche Gesellschaftslehre ist integrierender Bestandteil der christlichen Lehre vom Menschen.

'

S. 106 (Direktes Zitat im Original von Wagner ignoriert.)

"e) Daß die Christliche Gesellschaftslehre 'ein integrierender Bestandteil der christlichen Lehre vom Menschen' [(MM 222)] ist [...]." (Höffner 1997, S. 21)




75

Die christliche Gesellschaftslehre versucht seit der Enzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII aus 1891 deutlich zu machen, dass die Humanisierung der sozialen Beziehungen in diesen vier Feldern nicht nur von Einstellungen, Tugenden und Verhaltensweisen der Menschen, sondern auch von gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, mithin von Ordnungen, abhängt. Ende des 19. Jahrhunderts war es auch innerhalb der Kirche neu, dass die Strukturen in den Blick gerückt wurden. Leo XIII erklärte in den Spuren128 von Bischof Ketteler zur Lösung des universalen Sozialproblemes "Arbeiterfrage": Es genüge nicht, die Unternehmer an ihre christlichen Pflichten der Nächstenliebe zu erinnern. Es sei vielmehr notwendig, auch die entsprechenden rechtlichen und politischen Strukturen zu schaffen, den Arbeitern das naturrechtliche Koalitionsrecht zu gewährleisten und den Staat zu einem Sozialstaat weiterzuentwickeln, der den Arbeitern sowohl am Arbeitsplatz als auch im Falle von Krankheit, Invalidität und Alter Schutz gewährt. Es sei mithin notwendig, dem liberalen Konzept des Nachtwächterstaates, der sich nur um Recht und Sicherheit, aber nicht um die Wohlfahrt der Bürger sorgt, den Abschied zu geben.129

S. 106 f. (Fußnote 129 führt nicht zum abgeschriebenen Original; offenbar Verschleierung; Fragment enthält wortidentische Wiederholung eines plagiierten Satzes aus Wagners Kurzfassung.)


"Die Christliche Gesellschaftslehre [...] versucht seit der ersten Sozialenzyklika Rerum Novarum von Papst Leo XIII 1891 deutlich zu machen, daß die Humanisierung der sozialen Beziehungen in diesen vier Feldern nicht nur von Einstellungen, Tugenden und Verhaltensweisen der Menschen, sondern auch von gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen, mithin von Ordnungen, abhängt.

Am Ende des 19. Jahrhunderts war es nicht nur innerhalb der Kirche neu, daß die Strukturen in den Blick gerückt wurden, daß Leo XIII in den Spuren von Bischof Ketteler erklärte, zur Lösung der Arbeiterfrage [...] genüge es nicht, die Unternehmer an ihre christlichen Pflichten der Nächstenliebe zu erinnern. Es sei vielmehr notwendig, auch die entsprechenden rechtlichen und politischen Strukturen zu schaffen, den Arbeitern das naturrechtliche Koalitionsrecht zu gewährleisten und den Staat zu einem Sozialstaat weiterzuentwickeln, der den Arbeitern sowohl am Arbeitsplatz als auch im Falle von Krankheit, Invalidität und Alter Schutz gewährt. Es sei mithin notwendig, dem liberalen Konzept des Nachtwächterstaates, der sich nur um Recht und Sicherheit, aber nicht um die Wohlfahrt der Bürger sorgt, den Abschied zu geben." (Spieker 1999, S. 41)

Die christliche Gesellschaftslehre als Ordnungspolitik:



76

Die Sozialphilosophie des Kardinal Höffner ist Ordnungsethik. Sie hat mit gesellschaftlichen Strukturen zu tun und befasst sich mit der Ordnung von Wirtschaft, Gesellschaft, Staat und internationalen Beziehungen. Der Kardinal erkennt, dass das Gelingen des menschlichen Lebens von diesen Ordnungen ganz entscheidend abhängig ist. S. 107 (Auch Kapitelüberschrift von Spieker wird im Plagiat übernommen.)

"Die Christliche Gesellschaftslehre als Ordnungspolitik"

"Die Christliche Gesellschaftslehre hat es mit gesellschaftlichen Strukturen zu tun. Sie ist Ordnungsethik. Sie befaßt sich mit der Ordnung der Wirtschaft, der Gesellschaft, des Staates und der internationalen Beziehungen, weil das Gelingen des menschlichen Lebens von diesen Ordnungen ganz entscheidend abhängig ist." (Spieker 1999, S. 44)

77

Damit ist gemeint, dass der Mensch das Heil, zu dem Gott ihn berufen hat, nicht abseits, sondern nur inmitten der gesellschaftlichen Verhältnisse anstreben kann, um deren Ordnung er sich zu kümmern hat. Politik ist somit ein integraler Teil seines Weltauftrages, ein Feld christlichen Glaubenszeugnisses.

S. 107

"Weil der Mensch also das Heil, zu dem Gott ihn berufen hat, nicht abseits, sondern nur inmitten der gesellschaftlichen Verhältnisse anstreben kann, hat er sich um die Ordnung dieser Verhältnisse zu kümmern. Politik ist somit ein integraler Teil seines Weltauftrages, ein Feld christlichen Glaubenszeugnisses." (Spieker 1999, S. 45)

Höffner unterstreicht, dass die katholische Soziallehre die Marktwirtschaft für die richtige Grundform der Wirtschaftsordnung hält, dass die Marktwirtschaft aber steuerungsfähig und steuerungsbedürftig ist und dass die Christen aufgerufen sind, sich an dieser Steuerung zu beteiligen und ihr ein humanes Leitbild zu geben.130 Seine Gedanken finden in der Enzyklika Centesimus Annus vielfache Bestätigung.



78

S. 108 (Fußnote 130 führt nicht zum abgeschriebenen Original; sondern Fußnoteninhalt wurde vom Original wörtlich mit abgeschrieben.)

"Höffner [...] unterstreicht, daß die katholische Soziallehre 'die Marktwirtschaft für die richtige Grundform der Wirtschaftsordnung (hält)', daß die Marktwirtschaft aber 'steuerungsfähig und steuerungsbedürftig' ist und daß die Christen aufgerufen sind, sich an dieser Steuerung zu beteiligen und ihr ein humanes Leitbild zu geben.13 Kardinal Höffner bereitet mit seinem Ansatz der Enzyklika Centesimus Annus den Weg. Sein Werk findet in dieser Enzyklika vielfache Bestätigung." (Spieker 1999, S. 45)

Der folgende Unterabschnitt "Der anthropozentrische Ansatz" wurde inklusive dieser Überschrift von Spieker abgeschrieben, zum Teil auch mit dessen Fußnoteninhalten. Siehe im Folgenden.

Vgl. Spieker 1999, S. 46 f.

Der anthropozentrische Ansatz:



79

'Höffners Rückgriff auf die Enzyklika Mater et Magistra131 verweist auf den anthropozentrischen Ansatz der christlichen Gesellschaftslehre. Diese Qualifizierung meint, dass alle sozialen Ordnungen ihren Ursprung und ihr Ziel im Menschen finden. Wurzelgrund, Träger und Ziel aller gesellschaftlichen Institutionen ist und muss auch sein die menschliche Person.132 S. 108 (Der Fußnoteninhalt verweist zweimal nicht auf das Original, sondern wurde jeweils vom Original mit abgeschrieben.)

"Der anthropozentrische Ansatz"

"Kardinal Höffners Rückgriff auf die Enzyklika Mater et Magistra [...] verweist auf den anthropozentrischen Ansatz der Christlichen Gesellschaftslehre. Die Qualifizierung [...] meint [...], daß alle sozialen Ordnungen ihren Ursprung und ihr Ziel im Menschen finden. 'Wurzelgrund nämlich, Träger und Ziel aller gesellschaftlichen Institutionen ist und muß auch sein die menschliche Person'.15" (Spieker 1999, S. 46)

80

Und die Ordnung der Dinge muss der Ordnung der Personen dienstbar werden und nicht umgekehrt.133 Die Gesellschaft dient demnach der Person und letzter Sinn aller Sozialität ist die Vollendung der Personalität.134

'

S. 108 f. (Analoges Vorgehen, Fußnoteninhalte zweimal mit abgeschrieben)

"'Die Ordnung der Dinge muß der Ordnung der Personen dienstbar werden und nicht umgekehrt.'16 Die Gesellschaft dient der Person. 'Letzter Sinn aller Sozialität ist die Vollendung der Personalität'.17" (Spieker 1999, S. 46)

Diese Personalität ist höchst facettenreich: Teilnahme am Licht des göttlichen Geistes, Einmaligkeit, Handlungs- und Willensfreiheit, Verantwortlichkeit, Fähigkeit zum Dialog, ja zur Gemeinschaft mit Gott, Gewissen, Einsamkeit sowie Bewusstsein des Fremdursprungs

81

und des Sterbenmüssens.135 Höffner widmet sich auch der philosophischen Kategorienlehre: "Nur die Einzelperson ist Substanz, die Gesellschaft jedoch eine reale Beziehungs- und Ordnungseinheit". Außerhalb der Einzelmenschen und unabhängig von ihnen existiert die Gesellschaft nicht. S. 109 (Analoges Vorgehen, Fußnoteninhalt mit abgeschrieben; zudem direktes Zitat falsch wiedergegeben)

"Diese Personalität beschreibt Kardinal Höffner [...] sehr facettenreich. Sie bedeute Teilnahme am Licht des göttlichen Geistes, Einmaligkeit, Selbstand, Handlungs- und Willensfreiheit, Verantwortlichkeit, Fähigkeit zum Dialog, ja zur Gemeinschaft mit Gott, Gewissen, Einsamkeit sowie Bewußtsein des Fremdursprungs und des Sterbenmüssens.

[...] legt Kardinal Höffner auch seine philosophische Kategorienlehre dar [...]: 'Nur die Einzelperson ist Substanz, die Gesellschaft jedoch eine reale Beziehungs- und Ordnungseinheit. Außerhalb der Einzelmenschen und unabhängig von ihnen existiert die Gesellschaft nicht.'" (Spieker 1999, S. 46)

82

Das Gemeinwohl definiert er als das Gesamt der Einrichtungen und Zustände, die es dem Einzelmenschen und den kleineren Lebenskreisen ermöglichen, in geordnetem Zusammenwirken ihrer gottgewollten Sinnerfüllung zuzustreben. Ein Gemeinwohlvorrang vor dem Einzelwohl gilt für ihn aber nur, insofern und insoweit der Mensch als Glied einem bestimmten Spezialgebilde '[sic! – S.W.]' verpflichtet ist. Kein Vorrang kommt dem Gemeinwohl eines irdischen Sozialgebildes zu, wenn ihm Güter der übernatürlichen Ordnung gegenüberstehen.136 S. 109 f. (Der Fußnoteninhalt verweist nicht auf das Original, sondern wurde vom Original mit abgeschrieben; zudem direkte Zitate ignoriert.)

"Das Gemeinwohl ist, so Kardinal Höffner, [...] 'das Gesamt der Einrichtungen und Zustände, die es dem Einzelmenschen und den kleineren Lebenskreisen ermöglichen, in geordnetem Zusammenwirken ihrer gottgewollten Sinnerfüllung [...] zuzustreben.'20 Der Vorrang des Gemeinwohls vor dem Einzelwohl gilt für ihn aber nur, insofern und insoweit der Mensch als Glied einem bestimmten Sozialgebilde verpflichtet ist. Kein Vorrang kommt dem Gemeinwohl eines irdischen Sozialgebildes also zu, 'wenn ihm Güter der übernatürlichen Ordnung gegenüberstehen'.21" (Spieker 1999, S. 46 f.)

Das Ziel der christlichen Gesellschaftslehre:



83

Mit gesellschaftlichen Ordnungen befasst sich die christliche Gesellschaftslehre nicht wegen der Ordnung selbst, sondern im Hinblick auf die christliche Heilsordnung.137 S. 110 (Analoges Vorgehen)

"Die Ziele und die Aufgaben der Christlichen Gesellschaftslehre"

"Wenn sich die Christliche Gesellschaftslehre mit den gesellschaftlichen Ordnungen befaßt, so nicht wie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften um dieser Ordnungen willen, sondern 'im Hinblick auf die christliche Heilsordnung'.23" (Spieker 1999, S. 47)

84

'Sie bleibt sich bewusst, dass Weltzugewandtheit ohne Zuwendung zu Gott bloße Verweltlichung wäre und dass die irdischen Ordnungen und Institutionen keineswegs den Zustand christlicher Vollendung erreichen, sondern vom wiederkehrenden Christus überwältigt und gerichtet werden (Röm 3,6), dass kein technischer oder ökonomischer Fortschritt den neuen Himmel und die neue Erde vorbereitet und dass jede neue gesellschaftliche Ordnung den Wurmstich in sich trägt. Dies ist ein Hauptgrund, warum es dem Kardinal so wichtig ist, vor Sozial-Utopismus zu warnen.138 S. 110 (Erster und einziger Verweis auf das Original von Spieker in Fußnote 138; Verschleierung von Art und Ausmaß der Übernahme)

"Sie bleibt sich bewußt, 'daß Weltzugewandtheit ohne Zuwendung zu Gott Verweltlichung wäre', daß die irdischen Ordnungen und Institutionen keineswegs den Zustand christlicher Vollendung erreichen, 'sondern vom wiederkehrenden Christus überwältigt und gerichtet werden (Röm 3,6)', daß kein technischer oder ökonomischer Fortschritt den neuen Himmel und die neue Erde vorbereitet und 'daß jede neue gesellschaftliche Ordnung den Wurmstich in sich trägt'.24

So ist es für Kardinal Höffner eine zentrale Aufgabe der Christlichen Gesellschaftslehre, 'vor jedem Sozial-Utopismus zu warnen'.25" (Spieker 1999, S. 47)

Das Schlusskapitel der Dissertation "Höffner und die Jurisprudenz" (S. 111 ff.) besteht aus einem paraphrasierenden Exzerpt eines Beitrags von Theo Mayer-Maly (Umfang drei Seiten)''''' sowie aus einem Netzplagiat einer Hausarbeit zum Thema "Eigentumsrecht" (Umfang zweieinhalb Seiten; im Folgenden).









(Vgl. Mayer-Maly 1999)

Die christliche Soziallehre hat in den letzten einhundert Jahren einen differenzierten Eigentumsbegriff entwickelt. Eine eher lokale Problembetrachtung der Eigentumsfrage ist dem Versuch eines globalen Lösungsansatzes gewichen. Grundsätzlich ist das Privateigentum ein Wesensbestandteil des Menschseins. Es wird unterschiedlich direkt aus dem Naturrecht, als sekundäres Naturrecht aus dem Völkerrecht, aus

85

göttlichem Recht oder aus dem Personsein des Menschen begründet. Das Recht des Menschen auf Eigentum ist in jedem Fall unbestritten. Unbestritten ist ebenfalls, dass das Recht auf Eigentum durch die Sorge um das Allgemeinwohl begrenzt wird. Strittig dagegen sind die Grenzbereiche. Wann darf Privateigentum zugunsten des Gemeinwohls eingeschränkt werden; verliert man durch Missbrauch des Eigentums das Recht auf Eigentum; wie sinnvoll ist im Einzelfall Allgemeineigentum etc.? S. 114 f.

Die christliche Soziallehre hat in den letzten einhundert Jahren einen differenzierten Eigentumsbegriff entwickelt. Eine eher lokale Problembetrachtung der Eigentumsfrage ist dem Versuch eines globalen Lösungsansatzes gewichen. Grundsätzlich ist das Privateigentum ein Wesensbestandteil des Menschseins. Es wird unterschiedlich direkt aus dem Naturrecht, als sekundäres Naturrecht aus dem Völkerrecht, aus göttlichem Recht, aus dem Personsein des Menschen oder noch anders begründet. Das Recht des Menschen auf Eigentum ist in jedem Fall unbestritten. Unbestritten ist ebenfalls, daß das Recht auf Eigentum durch die Sorge um das Allgemeinwohl begrenzt wird. Strittig dagegen sind die Grenzbereiche. Wann darf Privateigentum zugunsten des Gemeinwohls eingeschränkt werden; verliert man durch Mißbrauch des Eigentums das Recht auf Eigentum; wie sinnvoll ist im Einzelfall Allgemeineigentum etc. (Webquelle, siehe hier S. 39)

86

Die Wertung von Individual- und Sozialfunktion des Eigentums stellte sich unterschiedlich dar. Die Eigentumsauffassung Leo XIII. war in weiten Zügen liberalistisch orientiert. In der Pastoralkonstitution "Gaudium et Spes" des Zweiten Vatikanischen Konzils ist die Hinwendung zu einer stärkeren Gewichtung des Allgemeinwohls auf ihrem vorläufigen Höhepunkt angelangt. Bei Papst Paul VI. kann man in "Populorum Progressio" noch eine weitere Steigerung in der Betonung auf das Gemeinwohl feststellen. Eine Neuheit ergibt sich bei Papst Johannes Paul II. Besonders in seiner jüngsten Enzyklika Centesimus Annus (auch schon in LE 14) drückt der Papst (angesichts des Zusammenbruchs der neomarxistischen Planwirtschaftssysteme im Osten) sein Misstrauen sowohl gegenüber der Überbetonung einer staatlichen Sorge für das Allgemeinwohl, wie auch gegenüber einer zu stark marktwirtschaftlich-liberal orientierten Ordnung aus.

S. 115 f.

Die Wertung von Individual- und Sozialfunktion des Eigentums stellt sich in den einzelnen Texten unterschiedlich dar. Die Eigentumsauffassung Leo XIII. war in weiten Zügen eher liberalistisch orientiert. In der Pastoralkonstitution "Gaudium et spes" des Zweiten Vatikanischen Konzils wird eine Hinwendung zu einer stärkeren Gewichtung des Allgemeinwohls beendet. Bei Paul VI. kann man in "Populorum progressio" vielleicht noch eine Steigerung in der Betonung auf das Gemeinwohl feststellen. Eine Neuheit ergibt sich bei Papst Johannes Paul II. Besonders in seiner jüngsten Enzyklika "Centesimus annus" (auch schon in LE 14) drückt der Papst (angesichts des Zusammenbruchs der neomarxistischen Planwirtschaftssysteme im Osten) sein Mißtrauen sowohl vor der Überbetonung einer staatlichen Sorge für das Allgemeinwohl aus, wie vor einer zu stark marktwirtschaftlich-liberal orientierten Ordnung. (Webquelle, siehe hier S. 39)

87

Auch die so genannte soziale Marktwirtschaft der westlichen Industrienationen ist für ihn keine Ideallösung. Sie birgt die Gefahr in sich, dass wesentliche Werte des Menschseins verloren gehen. Das wird zuerst in der Zerstörung der Familie, der Umwelt und im Glaubensverlust deutlich. Johannes Paul betont, dass die Güter der Erde als Gottes Schöpfung dem Menschen zum verantwortungsvollen Umgang überlassen worden sind. S. 116

Auch die sogenannte 'soziale Marktwirtschaft' der westlichen Industrienationen ist für ihn keine Ideallösung. Sie birgt die Gefahr in sich, daß wesentliche Werte des Menschseins verloren gehen. Das wird zuerst in der Zerstörung der Familie, der Umwelt und im Glaubensverlust deutlich. Johannes Paul betont, daß die Güter der Erde als Gottes Schöpfung dem Menschen zum verantwortungsvollen Umgang überlassen worden sind. (Webquelle, siehe hier S. 39)

88

Eine Eigentumsordnung, die nicht auf dieser Grundlage aufbaut, muss zwangsläufig scheitern, auch wenn sie äußerlich einen gerechten Ausgleich zwischen Einzelwohl und Allgemeinwohl erreicht. So steht bei Johannes Paul II. die theologische Begründung des Eigentums eher im Mittelpunkt als die philosophische. Es wird keine bestimmte Wirtschaftsordnung gutgeheißen, was angesichts der weltweiten Unterschiede in den wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen auch schwierig wäre. Es wird vielmehr eine christliche, vor Gott verantwortungsvolle Grundhaltung gefordert, auf deren Basis allein eine dauerhaft gerechte Eigentumsverteilung entstehen kann.

S. 116

Eine Eigentumsordnung, die nicht auf dieser Grundlage aufbaut, muß zwangsläufig scheitern, auch wenn sie äußerlich einen gerechten Ausgleich zwischen Einzelwohl und Allgemeinwohl erreicht. So steht bei Johannes Paul II. die theologische Begründung des Eigentums eher im Mittelpunkt als die philosophische. Es wird keine bestimmte Wirtschaftsordnung gutgeheißen, was angesichts der weltweiten Unterschiede in den wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen auch schwierig wäre. Es wird vielmehr eine christliche, vor Gott verantwortungsvolle Grundhaltung gefordert, auf deren Basis allein eine dauerhaft gerechte Eigentumsverteilung entstehen kann. (Webquelle, siehe hier S. 39)


Verzeichnis der Originalquellen




A) Bücher und Buchbeiträge, aus denen Textfragmente übernommen wurden


Hermanns, Manfred (1999): Joseph Höffner als akademischer Lehrer, in: Colom, Enrique (Hg.): Dottrina sociale e testimonianza cristiana, S. 303-326.

Höffner, Joseph (1947): Christentum und Menschenwürde. Das Anliegen der spanischen Kolonialethik im Goldenen Zeitalter, Trier: Paulinus.

Höffner, Joseph (1972): Kolonialismus und Evangelium. Spanische Kolonialethik im Goldenen Zeitalter (3., verbesserte Auflage), Trier: Paulinus.

Höffner, Joseph (1986): Die Weltwirtschaft im Licht der Katholischen Soziallehre, in: Roos, Lothar (Hg.): Stimmen der Kirche zur Wirtschaft, Köln: Bachem, S. 34-49.

Höffner, Joseph (1997): Christliche Gesellschaftslehre (Hg., bearbeitet und ergänzt von Lothar Roos), Kevelaer: Butzon & Bercker.

Kleinhappl, Johannes (1993): Kirchliche Kapitalismuskritik. Analysen, Essays und Fragmente aus dem Nachlaß, Innsbruck/Wien: Tyrolia.

Mayer-Maly, Theo (1999): Höffners Beiträge zu juristischen, insbesondere zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragen, in: Colom, Enrique (Hg.): Dottrina sociale e testimonianza cristiana, S. 327-331.

Meisner, Joachim (1999): Kardinal Höffner als Pastor und Professor, in: Colom, Enrique (Hg.): Dottrina sociale e testimonianza cristiana, S. 27-39.

Roos, Lothar (1999): Joseph Kardinal Höffner: Wissenschaftler, Bischof und Zeuge des Glaubens, in: Colom, Enrique (Hg.): Dottrina sociale e testimonianza cristiana, S. 252-276.

Spieker, Manfred (1999): Christliche Gesellschaftslehre und Evangelisierung der Welt. Zum sozialethischen Werk von Joseph Kardinal Höffner, in: Colom, Enrique (Hg.): Dottrina sociale e testimonianza cristiana, S. 40-57.



B) Aus dem Internet nachweisbare Textübernahmen aus Online- und Offlinequelle


Fragmente 6-10:

Quelle: http://www.uni-muenster.de/FB2/ics/wir_ueber_uns.html, Eintrag "Joseph Höffner [...]"

Fragment 14:

Quelle: http://ordosocialis.de/pdf/jhoeffner/Staat%20Diener%20Ordn/statdeua4neu.pdf ("Der Staat – Diener der Ordnung" von Joseph Kardinal Höffner, S. 25; bei Wagner unzitiert als Fließtext.)

Fragment 15:

Quelle: http://www.papsttreue-vereinigungen.de/wir/konzilstexte.shtml (aus "Christus Dominus", CD 12; im Text bei Wagner allerdings als Fließtext und unzitiert.)

Fragment 43:

Quelle: http://ordosocialis.de/pdf/jhoeffner/Staat%20Diener%20Ordn/statdeua4neu.pdf ("Der Staat – Diener der Ordnung" von Joseph Kardinal Höffner, S. 12; bei Wagner unzitiert als Fließtext.)

Fragment 55:

Quelle: http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/vorsitzender/

VO_012.pdf ("Wirtschaftsordnung und Wirtschaftsethik" von Joseph Kardinal Höffner, S. 28)

Fragment 57:

Quelle: http://www.vatican.va/edocs/DEU0075/_P9.HTM ("Laborem exercens" von Papst Johannes Paul II.; bei Wagner unzitiert.)

Fragment 58:

Quelle: http://books.google.de/books?id=r2mBpBygjroC&pg=PA305&lpg=PA305&

dq=%22 zunehmende+Abh%C3%A4ngigkeit+aller+V%C3%B6lker (Buchbeitrag "Nationale Leitkultur, europäische Integration und universales Gemeinwohl" von Lothar Roos; Anm.: Sammelband erschien 2004, als nach der Dissertation von Wagner; Textfragment muss daher aus einer älteren Arbeit von Roos mit identischem Text übernommen worden sein.)

Fragment 59:

Quelle: http://stjosef.at/artikel/liberalismus.htm (In der Webquelle wird als Quelle dieses Textes die Enzyklika "Centesimus annus" von Papst Johannes Paul II. angegeben; bei Wagner findet sich nur später im Text eine Fußnote zu Höffner.)

Fragmente 85-88:

Quelle: http://home.vrweb.de/moesgen/skripten/ca.pdf (Seminararbeit "Eigentumslehre" von Peter Mösgen an der Katholischen Universität Eichstätt, WS 1991/92; von Wagner 1:1 mittels Copy & Paste aus dem Web unzitiert übernommen.)




Unbefangenheitserklärung des Gutachters



Der Gutachter ist Sachverständiger im Bereich des wissenschaftlichen Textplagiarismus. Er ist Autor des Buchs "Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden" (Heise, 2. Auflage, 2008) und hat sich bislang mit knapp 80 Plagiatsfällen in Wissenschaft, Politik und Journalismus beschäftigt – zum Teil auch in Form von Gutachtertätigkeiten. Er ist mit dem Verfasser der Dissertation nicht persönlich bekannt und hat dieses Gutachten unabhängig von jedweder universitären Anbindung erstellt.


Mit freundlichen Grüßen

Stefan Weber



Salzburg und Dresden, 11. April 2011

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki