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Initiative Transparente Wissenschaft

Erkenntnisse des österreichischen Verwaltungsgerichtshofs zu Plagiaten an Universitäten (Sammlung von Gerhard Fröhlich)

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Anm.: Alle Zitate aus der Datenbank RDB, (stabile) Seitenangabe bei den Zitaten daher nicht möglich (hängt von Schriftgrösse etc. ab).


VwGH, 9.3. 1982, 81/07/0230 (Erkenntnis)


Der Begutachter einer Diplomarbeit hat bei auftauchendem Plagiatsverdacht das Recht und die Pflicht, dem Verdacht nachzugehen, er hat aber nicht die Pflicht, von vornherein mit einem derartigen Verdacht an die Beurteilung jeder Arbeit heranzugehen.“ Frage zur Diskussion: Was, wenn Gutachter verstorben, emeritiert etc.? Muss dann nicht die jeweilige Universität an dessen Stelle treten und die Arbeit untersuchen?



VwGH 22. 11. 2000, 99/12/0324 (Erkenntnis)


„Weiters seien die wörtlichen Entlehnungen durchwegs nicht mit Anführungszeichen versehen oder auf andere Weise drucktechnisch gekennzeichnet worden. ... In einzelnen Fällen seien wörtliche Zitate mit Anführungszeichen gekennzeichnet worden, sodass sich für den Leser der Umkehrschluss aufdränge, dass der gesamte sonstige Text eine eigenständige Leistung der Beschwerdeführerin darstelle.“


Entscheidung VwGH 9. 3. 1982, 81/07/0230, 0231


„Hätte der Bf redlicherweise alle wörtl Zitate aus der Arbeit unter Anführungszeichen gesetzt oder mit Fußnoten versehen, ...“

Problematisch: was ist mit „Fussnote“ gemeint? Wie kann Zitat-Beginn und Zitat-Ende markiert werden?


Entscheidung
VwGH 11. 12. 2009, 2008/10/0088

„Aus der Arbeit gehe nicht nachvollziehbar hervor, welche Gedankenführung übernommen worden sei und welche von der Beschwerdeführerin selbst stamme“.


„Dem Antrag, den Erstbegutachter zur Frage einzuvernehmen, ob er der gewählten Zitierweise zugestimmt habe, sei nicht nachzukommen gewesen. Selbst wenn dieser mit der Zitierweise der Beschwerdeführerin einverstanden gewesen wäre, ändere dies nämlich nichts daran, dass sie wörtliche Übernahmen von umfangreichen Textpassagen nicht eindeutig ausgewiesen und dadurch Grundprinzipien des wissenschaftlichen Arbeitens verletzt habe.“


„Dem angefochtenen Bescheid liegt die Auffassung zu Grunde, die Beschwerdeführerin habe, indem sie in ihre «Dissertation» über weite Bereiche fremde Texte übernommen habe, ohne diese klar und eindeutig als solche zu kennzeichnen, den Eindruck erweckt, diese stellten ihre Eigenleistung dar. Bei ordnungsgemäßer Kennzeichnung der Fremdtexte wäre die «Dissertation» jedenfalls weniger günstig beurteilt worden, wobei sich aus den Umständen des Falles (Vielzahl der ohne korrekte Zitierung übernommenen Texte iVm annähernd korrekt ausgewiesenen Zitaten) auf die Irreführungsabsicht der Beschwerdeführerin schließen lasse.“


VwGH 11. 12. 2009, 2008/10/0088 (Erkenntnis)


„Aus der Gegenüberstellung der Textpassagen seien umfangreiche Übernahmen ersichtlich. Dabei sei zum Teil keinerlei Quellenverweis innerhalb des Textes der Dissertation eingefügt worden, zum Teil sei die wörtliche Übernahme zwar mit dem Hinweis auf Autor und Jahreszahl versehen, nicht aber als wörtliche Übernahme etwa durch Anführungsanzeichen oder Einrücken der Textpassage ausgewiesen worden.“


„Der im Verwaltungsverfahren vorgebrachte Einwand, dass die Kennzeichnung der übernommenen Textstellen durch Autor- und Jahresangabe erfolgt sei und dass die Quellen im Übrigen im Literaturverzeichnis detailliert angeführt seien, sei nicht geeignet, diesen Eindruck zu widerlegen: Wortwörtlich übernommene Passagen müssten nämlich als solche in eindeutiger Weise gekennzeichnet werden. Dies sei nicht geschehen. Gleiches gelte für Sekundärzitate. ...

Die klare und eindeutige Erkennbarkeit, welche Teile des Textes von der Beschwerdeführerin selbständig erarbeitet worden seien und welche Teile aus anderen Quellen übernommen worden seien, sei Voraussetzung dafür, die Dissertation auf die Erfüllung der Anforderungen gemäß §51 Abs. 2 Z. 13 Universitätsgesetz 2002 zu überprüfen. Ob die Begutachter der Dissertation - wie die Beschwerdeführerin behauptet habe - mit der von ihr angewendeten Zitierweise einverstanden gewesen seien, sei nicht entscheidend.


... Auf Grund der Quellenverweise könne der Umfang der wörtlichen Übernahmen fremder Texte weder ersehen noch erwartet werden.

Diesem Vorwurf kann die Beschwerdeführerin mit dem Hinweis auf die Methode, nach der sie den Hinweis auf Fremdquellen gestaltet habe (Angabe der notwendigsten Informationen: "Name des Autors/der Autorin, das Erscheinungsjahr des Textes und eventuelle Seitenangabe") nicht entkräften. Denn diese Art der Hinweisgestaltung sagt nichts über den Umfang aus, in dem der fremde Text übernommen wurde - dass die Beschwerdeführerin ihre Hinweise auch mit Aussagen über den jeweiligen Umfang der übernommenen Texte angereichert hätte, behauptet sie selbst nicht.“

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